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Hilfslieferungen

Billigöl aus Venezuela für USA

23.11.2005  






Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat einmal mehr bewiesen, daß er der Stachel im Fleisch der US-Regierung ist. Berichten zufolge hat Citizen Energy (CITGO), ein Tochterunternehmen des staatlichen Ölunternehmens Venezuelas, am Dienstag ein Abkommen unterzeichnet, das über 40.000 Haushalte im US-Bundesstaat Massachusetts in diesem Winter drastisch verbilligte Öllieferungen zusichert.

Demnach wird Venezuela über 12 Millionen Gallonen (45,36 Millionen Liter) Heizöl an Haushalte in Massachusetts liefern, die staatliche Heizölunterstützung erhalten. In deren Rahmen erhalten Haushalte bis zu 550 US-Dollar jährlich. Haushalte, die diese Summe aufgebraucht haben - angesichts der stark gestiegenen Ölpreise dürfte dies die Mehrzahl sein - werden von CITGO bis zu 200 Gallonen (756 Liter) Heizöl zu einem 40 Prozent unter Marktpreis liegenden Preis erhalten können, was derzeit einer Ersparnis von 184 US-Dollar entspricht.

"Unser Ziel ist einfach: Menschen mit begrenzten Mitteln durch den Winter zu helfen", sagte Felix Rodriguez, Leiter von CITGO. "Niemand sollte sich zwischen Heizung und Medikamenten oder Essen entscheiden müssen."

Dies ist das erste Mal, daß ein solches Abkommen zwischen einem ausländischen Ölunternehmen und einem US-Bundesstaat getroffen wurde. Alle großen Ölkonzerne der USA waren gebeten worden, dem Abkommen ebenfalls beizutreten, was aber von allen abgelehnt wurde.

"Angesichts fallender Temperaturen und steigenden Ölpreisen sind wir alle krank vor Sorge um Leute, die nicht die Mittel haben, ihre Häuser zu heizen", sagte der Abgeordnete William D. Delahunt. "Es ist erfreulich, daß wenigstens ein großer Ölkonzern bereit ist, etwas zu tun." Auch Gouverneur Mitt Romney begrüßte das Abkommen. "Ich bin begeistert zu hören, daß wir Öl unterhalb des Marktpreises für unsere Bürger kaufen können werden", sagte er.

Nicht zuletzt aufgrund der scharfen Kritik des venezolanischen Präsidenten Chávez an US-Präsident George W. Bush, in der er Bush unter anderem als "Mörder" bezeichnete, ist das Abkommen seinerseits kritisiert worden. Tatsächlich erinnert es insbesondere mit einer deutschen Perspektive an die Hilfslieferungen der Bundesrepublik Deutschland an die Deutsche Demokratische Republik. Auch wenn auch dabei die Unterstützung der Menschen im Vordergrund gestanden haben mag, so ist doch die Zusage Venezuelas sicherlich auch als Demonstration eines sozialeren Wirtschaftssystems gedacht.





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