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Völkertotschlag

Mißbildungen infolge eines Angriffskrieges

27.11.2005  






Schon während des ersten US-geführten Krieges gegen den Irak im Jahr 1991 wurden Berichten zufolge seitens des US-Militärs zwischen 350 und 750 Tonnen abgereichertes Uran verschossen. Bereits dies führte aufgrund der radioaktiven Verseuchung des Iraks in den Folgejahren zu stark gestiegenen Zahlen sowohl bei Krebserkrankungen als auch bei Mißbildungen Neugeborener.

Allein in den ersten Monaten des im Jahr 2003 begonnenen völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA gegen den Irak wurden anderen Berichten zufolge 1.000 bis 2.000 Tonnen abgereichertes Uran im Irak verschossen - auch wenn keine neueren Zahlen vorliegen, ist es doch nicht schwierig, diese Zahl angesichts zahlloser "Offensiven" des US-Militärs gegen ganze Städte hochzurechnen.

Infolge dieser Auswirkungen nicht nur auf die Bevölkerung des Landes, sondern auf sämtliches Leben im Irak hat ein japanisches "Bürgertribunal" hierfür den Begriff "Totalmord" geschaffen.

Artikel 2 der UN-Konvention zur "Verhinderung und Bestrafung des Verbrechens des Völkermordes" definiert Völkermord als eine der folgenden, gegen "eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe" mit dem Zweck ihrer vollständigen oder teilweisen Vernichtung begangenen Handlungen: "a) das Töten von Angehörigen der Gruppe, b) das Zufügen von ernsthaften körperlichen oder geistigen Schäden bei Angehörigen der Gruppe, c) die absichtliche Auferlegung von Lebensbedingungen, die auf die völlige oder teilweise physische Zerstörung der Gruppe abzielen, d) die Einführung von Maßnahmen zur Geburtenverhinderung innerhalb der Gruppe und e) die gewaltsame Verbringung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe."

Da eine der Grundvoraussetzungen für eine Wertung als "Völkermord" die klare Absicht bestehen muß, die entsprechende Gruppe zu vernichten - ungeachtet der tatsächlichen Durchführung - fällt es sicherlich schwer, das rücksichtslose Verhalten der USA im Irak als "Völkermord" einzustufen. Der aus dem Strafrecht abgeleitete Begriff des "Völkertotschlags" scheint allerdings - auch wenn er völkerrechtlich nicht bekannt ist - durchaus angemessen.

Wie eine bereits im Jahr 1994 vom US-Militär in Auftrag gegebene wissenschaftliche Studie ergab, ist abgereichertes Uran keineswegs der einzige im Irak eingesetzte Stoff, der zu Mißbildungen führt und somit den "Totalmord" weiter verschärft.

Für die Studie wurde die chemische Wirkung von weißem Phosphor - jener Waffe, die zweifellos nicht nur in Fallujah gegen Widerstandskämpfer und auch Zivilisten eingesetzt wurde - auf weibliche Wildgänse untersucht. Dabei wurde die Wirkung von weißem Phosphor auf Wildgänse im Vergleich zu jeweils zwei Kontrollgruppen untersucht. Während der ersten Gruppe ein Placebo verabreicht wurde, wurde die zweite Gruppe nur gleich behandelt, allerdings ohne, daß ihr ein Stoff verabreicht wurde. Zehn von zwölf Vögeln, denen eine einzelne Dosis von 4 Milligramm weißem Phosphor pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht wurde, starben innerhalb von 24 Stunden. Zwei von fünf Gänsen, denen 2,6 Milligramm weißer Phosphor pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht wurden, starben innerhalb der ersten fünf Tage. Die überlebenden Tiere legten nach der Verabreichung von zwei Dosen keine Eier mehr. Eines der Tiere begann 11 Tage nach der letzten Verabreichung von weißen Phosphor wieder, vereinzelt Eier zu legen, keines von ihnen war allerdings fruchtbar.

Bei einer weiteren Gruppe von Wildgänsen, denen 1,3 Milligramm weißer Phosphor pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht wurde, stellte ein Tier das Eierlegen nach zwei Dosen ein. Die anderen vier Vögel legten nur noch vereinzelt Eier. In nur neun Eiern entwickelte sich ein Embryo und nur ein einziges Küken schlüpfte letztlich auch. Drei der nicht geschlüpften Embryos wiesen unterschiedliche Mißbildungen auf.

Einmal mehr bestätigt sich hier also die Ansicht des US-Militärs aus dem Jahre 1995, der zufolge es sich bei weißem Phosphor um eine "chemische Waffe" handelt. Auch wenn der von den USA eingesetzte weiße Phosphor sicherlich weder hinsichtlich der Menge noch der langfristigen Wirkung mit den gigantischen im Irak eingesetzten Mengen abgereicherten Urans vergleichbar ist, so trägt auch diese Waffe zweifellos ihren Teil zum "Totalmord" - oder eben "Völkertotschlag" - im Irak bei.



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