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"Eine Mini-Tet-Offensive"

Schwere Kämpfe in Ramadi

30.11.2005  






Am Sonntag veröffentlichte das US-Magazin Time einen Bericht über einen großangelegten Angriff auf US-Soldaten in der irakischen Stadt Ramadi.

Zwar behauptet der Artikel, es habe sich bei den angreifenden Widerstandskämpfern um "Al-Qaida" gehandelt, so daß klar ist, daß es sich hier keineswegs um unabhängige Informationen handelt, andererseits gibt dies den anderen darin genannten Informationen noch mehr Gewicht.

Demnach wurden am 17. November zeitgleich alle fünf Außenposten des US-Militärs in Ramadi vom "mehr als" 50 Widerstandskämpfern mit Mörsern und Panzerfäusten beschossen, bevor sie unter Maschinengewehrfeuer aus allen Richtungen näherrückten. Schließlich konnten die Soldaten den Angriff aber abwehren und die Hauptmoschee der Stadt "zurückerobern".

Die Offensive der Widerstandskämpfer war dabei so massiv und organisiert, daß ein namentlich nicht genannter Scharfschütze des US-Heeres sie als "Mini-Tet-Offensive" bezeichnete. Damit verglich er der Angriff mit der Tet-Offensive, bei der Anfang 1968 nordvietnamesische Einheiten das US-Militär überraschend angriffen und zurückdrängten. Unter anderem wurde dabei von ihnen auch die Stadt Hue erobert, die daraufhin seitens des US-Militärs massiv bombardiert und schließlich zurückerobert wurde. Zwar konnte der Angriff letztlich - in Hue dauerten die Kämpfe über einen Monat an - zurückgeschlagen werden, stellte aber einen Wendepunkt dar. Einerseits wurde klar, daß Nordvietnam mittlerweile auch zu großangelegten Offensiven in der Lage war, andererseits stellte sich die Bevölkerung in den USA zunehmend die Frage nach dem Sinn des Vietnamkriegs, wurden hierbei doch nach US-Angaben 216 US-Soldaten getötet.

Der Vergleich des US-Soldaten läßt erahnen, wie schwer die Kämpfe gewesen sein müssen. Und doch meldete das US-Militär seit dem 2. November keine in Ramadi getöteten US-Soldaten mehr. Nach offizieller Darstellung des US-Militärs wurde bei den Kämpfen nur ein einziger US-Soldat leicht verletzt, während 33 Widerstandskämpfer - die nach dem Willen des US-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld nun nicht einmal mehr als "Rebellen", sondern nur noch als "Terroristen" oder "Feinde der rechtmäßigen irakischen Regierung" bezeichnet werden sollen - getötet wurden.

Wie unrealistisch dies ist, macht auch die Aussage von US-Leutnant Joe Walker klar. "Alle meine Truppführer und Gruppenführer sind verwundet worden", sagte er. "Eine Zeitlang kämpfte unsere Einheit bei weniger als 70 Prozent und bei unseren Fahrzeugen sind wir immer noch unterhalb 60 Prozent - so viele Bradleys sind hochgejagt worden."

Mehrere Wochen lang war ein ganzes Bataillon in einer Basis in der Stadt nach Aussage von US-Hauptmann Chas Cannon von anderen US-Verbänden abgeschnitten gewesen, da die Straßen zu der Basis mit Bomben gespickt waren. Es gab eine Phase mit über 100 Explosionen pro Woche. "Man erwartete, getroffen zu werden ... vielleicht mehrere Male", so Cannon. In dieser Zeit wurden sogar die Lebensmittel innerhalb der Basis rationiert. Mittlerweile gelang es ihnen zwar, die Kontrolle über eine Hauptverkehrsstraße zu erringen, so daß die Basis wieder Nachschub erhalten kann, allerdings ringen sie noch immer darum, die Straße offenzuhalten.

Auch der Angriff mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen auf einen US-Außenposten am 23. August dieses Jahres, durch dessen Explosion der ganze Zug von 30 US-Soldaten ohnmächtig wurde, blieb vorgeblich ohne weitere Folgen für die Soldaten. Für diesen Tag meldete das US-Militär nur einen einzigen in Ramadi getöteten Soldaten - durch einen Scharfschützen.

Die bruchstückhaften Informationen der einzelnen Soldaten zeichnen bei näherer Betrachtung ein für das US-Militär wenig vorteilhaftes Bild. Einmal mehr belegt dies, daß die Verluste des US-Militärs im Irak weitaus höher liegen, als dies offiziell zugegeben wird.



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