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Abspaltung

Kurdischer Nordirak auf Trennungskurs

03.12.2005  






Mehrere Medienberichte der letzten Tage verdeutlichen, wie wenig die von den US-Besatzern schon vor Beginn des von ihnen geführten völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen den Irak unterstütze Führung des überwiegend kurdischen Nordiraks sich bereits vom Rest des Landes abgespalten hat und nur noch im - vermeintlich - eigenen Interesse handelt.

So berichtete die Los Angeles Times am Donnerstag, daß die "Demokratische Partei Kurdistans", die einen Teil des kurdischen Nordiraks kontrolliert, bereits im vergangenen Jahr in aller Stille einen Vertrag mit dem norwegischen Ölunternehmen DNO abgeschlossen hat. Dieser Vertrag erlaubt es DNO, in der Nähe der Stadt Zakho nach Öl zu bohren. Die ersten Bohrungen wurden nun nach einer Zeremonie, an der auch Nechirvan Barzani, der "Premierminister" der kurdischen Nordregion teilnahm, begonnen. "Es gibt keine Möglichkeit, daß Kurdistan akzeptieren würde, daß die Zentralregierung unsere Ressourcen kontrolliert", so Barzani während der Zeremonie. "Die Zeit ist gekommen, daß die Menschen Kurdistans statt zu leiden vom Vermögen und den Ressourcen ihres Landes profitieren."

Tatsächlich war das "Leid" im von den USA seit 1991 geschützten und faktisch fast unabhängigen Nordirak weitaus weniger groß als im Rest des Landes, der unter den auf Druck der USA eingerichteten, massiven Sanktionen litt.

Die am 15. Oktober unter fragwürdigen Umständen und mit zahlreichen Fällen von Wahlbetrug angenomme "irakische Verfassung" besagt, daß "die Bundesregierung zusammen mit den herstellenden regionalen und Gouvernementregierungen zusammen" die Energiepolitik formulieren sollen.

Alaa Makki, ein Parteiführer der sunnitischen "Irakischen Islamischen Partei", zeigte sich denn auch empört. "Das ist beispiellos", sagte er. "Es ist, als wären sie ein unabhängiges Land. Dies ist irakisches Öl und sollte mit allen irakischen Partnern geteilt werden." Er warf den Kurden vor, beides zu wollen. Einerseits eine starke Beteiligung an der "irakischen Regierung" durch mehrere hochrangige Minister als auch den "irakischen Präsidenten", andererseits aber auch im Norden unabhängig Macht ausüben zu wollen.

Am Donnerstag berichtete dann die israelische Yedioth Ahronot, daß mehrere israelische Firmen Verträge für den Nordirak erhalten haben. So erhielten die israelische Zweigstelle des US-Unternehmens Motorola und Magalcom Communications and Computers Aufträge im Gesamtwert von mehreren hundert Millionen US-Dollar, unter anderem für den Bau eines internationalen Flughafens in der Stadt Irbil.

Die InterOp Group Corporation von Shlomi Michaels berät die "kurdische Regierung" in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen. Gegründet wurde InterOp gemeinsam von Michaels und Danni Yatom, der früher den israelischen Geheimdienst Mossad leitete. Dieser verkaufte zwar seine Anteile an dem Unternehmen, als er in die Knesset gewählt wurde und behauptet, keinerlei Verbindungen mehr mit dem Unternehmen zu haben, dies scheint allerdings zumindest fragwürdig.

Weitere israelische Unternehmen haben ein Ausbildungslager unter den Codenamen "Z" an einem geheimen Ort im Nordirak eingerichtet. Dort erhalten "kurdische Sicherheitskräfte" Ausbildungen von israelischen Experten mit "einem Hintergrund in der militärischen Ausbildung von Elitekämpfern". Dies ist ohne zumindest das Wissen des Mossad sicherlich nicht vorstellbar.

Angebliche Warnungen von "Al-Qaida" hätten mittlerweile dazu geführt, daß die "Experten" das Land wieder verlassen hätten.

Tatsächlich hatte Jane's bereits am 21. November gemeldet, daß die Kurden des Nordiraks eng mit dem israelischen Mossad zusammenarbeiten. Eine der ergiebigsten Quellen über den Iran seien derzeit die Kurden des Iraks. Schon im August 2003 gab es allerdings Hinweise, daß der Mossad ein verdecktes Büro in Baghdad eröffnet hat.

Diese enge Zusammenarbeit mit Israel, ein rotes Tuch für den überwiegenden Teil der irakischen Bevölkerung, zeigt ebenfalls, daß die Kurden des Nordiraks kaum wirklich an einem Konsens mit dem Rest des Landes interessiert sind. Das Ziel hiervon kann in letzter Konsequenz nur die Abspaltung vom Irak und die Schaffung eines vollständig unabhängigen Kurdistans sein - was allerdings wiederum der Alptraum der Türkei ist.





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