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"Ausländische Kämpfer"?

Dichtung und Wahrheit im Irak

04.12.2005  






Am Sonntag zitierte AP einen US-General mit der Behauptung, die US-Besatzer im Irak würden insbesondere gegen "ausländische Kämpfer" kämpfen.

Generalmajor Rick Lynch sagte am Samstag in einem Exklusivinterview gegenüber der Nachrichtenagentur zwar, daß der größte Teil der Widerstandskämpfer im Irak "Nationalisten" seien, seine restlichen Aussagen erweckten aber zweifellos den Eindruck, daß ein zumindest sehr bedeutender Teil der Kämpfer im Irak aus den Ausland kommt.

"Wir konzentrieren uns auf die Terroristen und ausländischen Kämpfer, da sie diejenigen sind, die die schrecklichsten Angriffe durchführen und in der Verfolgung ihrer Ziele, den demokratischen Prozeß zum entgleisen zu bringen und die irakische Regierung in Verruf zu bringen, am rücksichtslosesten sind", so Lynch.

Lynchs Aussage zufolge stieg die Zahl der Angriffe im Oktober an, was er als klaren Versuch bezeichnete, Wähler vor der "Abstimmung" über die "irakische Verfassung" einzuschüchtern. Zwar wurden im Oktober nach Angaben des US-Militärs tatsächlich 96 US-Soldaten im Irak getötet, während es im Vormonat nur 49 waren, im August waren es allerdings wiederum 85. Außerdem wurden von den 96 getöteten US-Soldaten nur 45 in der ersten Hälfte des Oktobers getötet, die Angriffe steigerten sich also offenbar nach der "Abstimmung". Das gleiche Bild ergibt sich für den November, in dem nach US-Angaben 84 US-Soldaten getötet wurden.

Offizielle Verluste der "Koalition" im Irak bis zum 04.12.05


Ebenfalls am Sonntag veröffentlichte der britische Telegraph einen Bericht, der Lynch direkt widerspricht.

Demnach wurden in den vergangenen zehn Tagen US-Kommandeure in der irakischen Provinz al-Anbar befragt. Ihren Aussagen zufolge handelt es sich bei den Widerstandskämpfern fast ausschließlich um Iraker. Von 1.300 in den vergangenen fünf Monaten gefangengenommenen vermeintlichen "Rebellen" stammte nicht einer aus dem Ausland.

US-Oberst John Gronski sagte, daß fast alle Widerstandsaktivität durch Iraker begangen werde. Ausländer stellten nur Geld und logistische Unterstützung zur Verfügung. Dies führe dazu, daß selbst die wenigen Gemeindevorstände, die bereit seien, mit den Besatzern zusammenzuarbeiten, die Angriffe als gerechtfertigt ansehen. "Sie betrachten sie als Widerstand. Sie sehen diese Einheimischen, die Bomben legen und Mörser auf uns feuern, nicht als Rebellen an", so Gronski.

Oberstleutnant Michael Herbert, Nachrichtenoffizier einer Brigade, gab auch zu, daß es bei dem Widerstand vor allem um die Beseitigung der Besatzung geht. "Ihre Familien- und Stammesehre wurde verletzt wenn wir auf ihrem Boden sind. Es ist fast ihre Pflicht zu kämpfen", sagte er.





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