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Das andere Atomgeschäft

Großbritannien unterstützte Israels Atomprogramm

11.12.2005  






Einem Bericht der britischen BBC vom Samstag zufolge unterstützte Großbritannien Anfang der 50er Jahre das israelische Atomprogramm durch eine Lieferung des dafür dringend benötigten Deuteriumoxids - "schweres Wasser".

Bereits im August hatte die BBC-Sendung Newsnight anhand freigegebener Dokumente berichtet, daß Großbritannien das israelische Atomprogramm unterstützt hatte, was von dem britischen Außenminister Kim Howells allerdings bestritten wurde. Demnach sei nur ein Geschäft mit einem norwegischen Unternehmen abgeschlossen worden. Dabei sei ein "Überschuß" von 20 Tonnen schwerem Wasser nach Norwegen verkauft worden. Man habe weder gewußt, was das norwegische Unternehmen mit dem schweren Wasser geplant hatte, noch daß Israel mit einem Atomwaffenprogramm begonnen hatte.

Nun ist der Sender aber nach eigener Aussage in den Besitz neuer Dokumente gelangt, die eindeutig belegen, daß Großbritannien das schwere Wasser letztlich bewußt an Israel lieferte und der Umweg über Norwegen nur der Verschleierung dieser Lieferung diente. demnach schrieb die britische Atomenergiebehörde (UKAEA) an den Beamten des britischen Außenministeriums Donald Cape, der den Verkauf befürwortete. In dem Brief schrieb die UKAEA, daß zuviel schweres Wasser von einem norwegischen Unternehmen gekauft worden sei und daß ein anderes Unternehmen dieses zurückkaufen und an Israel weiterverkaufen wollte.

Außerdem liegt der Sendung ein Vertrag des Unternehmens mit Israel vor, in dem es die Lieferung von schwerem Wasser der UKAEA zusicherte. Cape bestritt zwar, daß es sich bei dem Verkauf an Norwegen nur um eine Täuschung handelte, von ihm verfaßte vertrauliche Briefe deuten allerdings darauf hin, daß das britische Außenministerium wußte, daß Israel versuchte, in Südafrika Uran zu kaufen.

Ein Brief zitierte Berichte der CIA aus den Jahren 1957 und 1958, denen zufolge Israel ein Atomprogramm aufbauen würde, wenn es über die Mittel hierzu verfügte. Andere geheime Regierungsdokumente besagten: "Es war und ist unsere Ansicht, daß Israel eine unabhängige Plutoniumversorgung wollte, um in der Lage zu sein, eine Atomwaffe herzustellen, wenn es das wollte."

Cape sagte wiederum: "Wir hatten zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, niemand vermutete - weder in Großbritannien noch in den USA - daß die Israelis hofften, Atomwaffen herzustellen."

Der außenpolitische Sprecher der liberaldemokratischen Partei, Menzies Campbell, forderte hierzu eine Erklärung vom britischen Außenminister Jack Straw. "Das Problem mit dieser Vertuschung ist, daß es keine Vertuschung ist, es springt einem geradezu ins Gesicht, nun, da wir die bisher geheimgehaltenen Dokumente kennen." Der britische Parlamentsabgeordnete Jeremy Corbyn forderte eine Untersuchung der Angelegenheit. "Wir waren Teil der Entwicklung einer Atomeinrichtung in Israel, die zur Herstellung von Atomwaffen genutzt werden konnte und wurde. Norwegen war immer ein Deckmantel", sagte er.

Auch wenn diesbezüglich bisher keine Dokumente vorliegen, so ist der Verdacht, daß es sich keineswegs um einen "zufälligen Fehlkauf" von 20 Tonnen schwerem Wasser seitens Großbritannien, die ebenso zufällig anschließend in Israel benötigt wurden, handelte. Tatsächlich scheint dies bei genauerer Betrachtung derart absurd, daß die Vermutung naheliegt, daß schon dieser "Fehlkauf" ganz bewußt der letztendlichen Belieferung Israels diente.



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