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Irakische Zahlen

2,000 Angriffe auf Besatzer pro Monat

15.12.2005  






Am Montag veröffentlichte das Time-Magazine einen Artikel, der sich ausführlich mit einer neuen US-Strategie, vermeintliche Kluften innerhalb des irakischen Widerstands auszunutzen – das alte römische "devide et impera", "teile und herrsche" kommt hier unweigerlich in den Sinn – befaßte, aber auch zwei sehr interessante Zahlen lieferte.

Demnach schätzen US-Kommandeure die Zahl der Widerstandskämpfer – oder „Rebellen“ wie sie der Artikel nennt und dabei das von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld als zu "freundlich" abgelehnte Wort verwendet – die an jedem beliebigen Tag aktiv gegen die Besatzer vorgehen, auf bis zu 20.000. Diese Zahl sei im Verlauf der letzten beiden Jahre konstant geblieben, obwohl jede Woche hunderte von ihnen getötet würden.

Noch weitaus bemerkenswerter ist aber die zweite Zahl. Jeden Monat werden die Besatzungstruppen rund 2.000 Mal angegriffen. Angesichts der Tatsache, daß auch diese Zahl zweifellos vom US-Militär stammt, ist auch hier wieder Mißtrauen angebracht, ob sie wirklich das ganze Ausmaß der Angriffe widerspiegelt. Aber selbst wenn diese Zahl der Wahrheit entspricht, gewährt sie doch einen bedeutenden Einblick in das Ausmaß der Angriffe auf die Besatzer. Den offiziellen Angaben des US-Militärs zufolge werden im Schnitt pro Monat etwa 80 US-Soldaten getötet und 500 weitere verletzt, etwa zwei Drittel von ihnen so leicht, daß sie innerhalb von 48 Stunden wieder ihren Dienst antreten können. Die offiziellen Zahlen der aus anderen Ländern stammenden verletzten und getöteten Soldaten sind im Durchschnitt derart niedrig, daß sie hier praktisch zu vernachlässigen sind.

Nur etwa 15 Prozent der Angriffe des irakischen Widerstands auf die Besatzer führen also ausgehend von den offiziellen Verlustmeldungen dazu, daß ein Soldat ernsthaft verletzt oder gar getötet wird. Tatsächlich wäre diese Zahl noch weitaus geringer einzustufen, da viele Verlustmeldungen mehrere getötete Soldaten infolge eines einzigen Angriffs angeben. Fast drei Viertel der Angriffe führten demzufolge zu keinerlei Verlusten auf Seiten der Besatzer.

Angesichts der Tatsache, daß ein großer Teil der Angriffe mit Bomben auf US-Konvois und Patrouillen durchgeführt wird, kann dies kaum als glaubwürdig bezeichnet werden.





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