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Für das Leben lernen

Getrennte Schultoiletten in Hessen

19.12.2005  






Schon lange gibt es in praktischen allen öffentlich zugängigen Einrichtungen, gleichgültig, ob es sich um Restaurants, Firmen oder Schulen handelt, getrennte Toiletten für Frauen und Männer. Beispielsweise in den USA gab es bis vor wenigen Jahrzehnten auch die Unterteilung nach "schwarz" und "weiß". Ein am Samstag von RP Online veröffentlichter Artikel zeigt nun, daß zumindest in zwei Schulen im deutschen Bundesland Hessen in Zukunft faktisch auch eine Unterscheidung nach der Einkommenshöhe der Eltern getroffen werden wird.

Wie ein Sprecher des Kreistags auf Anfrage bestätigte, werden die Georg-Büchner-Schule in Stadtallendorf und die Alfred-Wegener-Schule in Kirchhain im kommenden Jahr "Toilettenfrauen" mit der Beaufsichtigung neu renovierter Toiletten betrauen. Um dies zumindest teilweise zu finanzieren, werden Schüler einen Obolus von voraussichtlich 10 Euro-Cent pro "Bedürfnis" entrichten müssen. Für die Deckung der restlichen Kosten dieser Maßnahme wurde den Schulen ein Sonderbudget von jeweils 9.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Der Sprecher betonte aber RP-Online zufolge, daß Schüler, die die zehn Cent nicht bezahlen wollen, kostenfrei eine nicht renovierte Toilette benutzen könnten. Schon diese Grundannahme, Schüler, die eine nicht renovierte Toilette benutzten, wären nur nicht bereit, die Nutzungsgebühr für die kostenpflichtige Toilette zu entrichten, zeigt deutlich die geistige Grundhaltung der Urheber dieser Idee. Der Gedanke, daß es einem nicht geringen Teil der Schüler aufgrund der voranschreitenden Verarmung der Bevölkerung einfach nicht möglich sein wird, die Gebühr zu entrichten, ist dem Sprecher offenbar nicht in den Sinn gekommen.

Angesichts des so häufig gehörten Ausspruchs "Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir" eröffnet sich aber noch ein anderer Blickwinkel auf diese Maßnahme. Was auf den ersten Blick "nur" wie die Diskriminierung von Kindern aus finanziell schwachen Elternhäusern aussieht, könnte in Wahrheit ebensogut auch der gezielte Versuch sein, von klein auf an an eine Zweiklassengesellschaft zu gewöhnen, in der sie eben die Unterschicht darstellen, der die zahlreichen "Vergünstigungen" des Lebens vorenthalten werden.



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