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Krieg um Palästina

Raketen, Granaten, Tod

22.12.2005  






Mehrere Meldungen vom Donnerstag lassen kaum auf eine baldige friedliche Lösung oder auch nur eine Beruhigung der Lage in dem Konflikt zwischen Israel und Palästina hoffen.

So genehmigte der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz am Donnerstagabend eine Reihe von "Maßnahmen", um den Angriffen mit Qassam-Raketen von palästinensischem auf israelisches Gebiet ein Ende zu setzen. Unter anderem soll die israelische Artillerie Palästinenser daran hindern, die beiden geräumten israelischen "Siedlungen" Dugit und Elei Sinai zu betreten, da die dortigen Trümmer vorgeblich als Deckung für den Abschuß der Raketen genutzt werden. Bisher ist der entsprechende Befehl aber offenbar nicht erteilt worden.

"Definitiv, wenn der Raketenbeschuß Ashkelons nicht aufhört wird es eine sehr harte Antwort geben und keine Möglichkeit kann ausgeschlossen werden, einschließlich einer Bodenoperation", sagte der stellvertretende israelische Premierminister Ehud Olmert. Diese Ansicht vertrat auch ein Mitarbeiter des Büros des israelischen Premierministers Ariel Sharon. "Israel ist gezwungen zu reagieren, einschließlich von Schritten, die wir bisher nicht ergriffen haben. Wir haben keine Wahl", sagte er.

Einer dieser Schritte könnte einer Aussage des stellvertretenden israelischen Verteidigungsministers Zeev Boim zufolge die Unterbrechung der Stromversorgung des Gaza-Streifens sein. "Eine ernste Eskalation der Gewalt seitens der Palästinenser könnte diese Maßnahme in der Zukunft bewirken, obwohl ich hoffe, daß nicht", sagte er.

Während der palästinensische Raketenbeschuß bisher nur zu 5 leicht verletzten israelischen Soldaten geführt hat, wurde durch das israelische Artilleriefeuer bereits ein anscheinend unbeteiligter Palästinenser getötet. Nach Angaben von Krankenhausangestellten in Gaza wurde der 21 Jahre alte Ibrahim Naana durch Splitter einer der Granaten, die nahe des Flüchtlingslagers Jabaliya einschlug, tödlich verletzt.

Wie AP berichtete, hatten israelische Soldaten einige Stunden vor dem palästinensischen Raketenangriff vom Donnerstag 3 Mitglieder palästinensischer Organisation in Nablus erschossen. Nach Aussage des israelischen Militärs waren Soldaten mehreren gesuchten Männern zu einem vierstöckigen Gebäude gefolgt, daß sie daraufhin unter Beschuß nahmen. Die drei Männer wurden erschossen, als sie versuchten zu fliehen. Erwähnenswert scheint hier, daß selbst das israelische Militär nicht von einer Gegenwehr der Palästinenser, sondern nur von einem Fluchtversuch spricht.

Bei den Getöteten handelte es sich Zeugenaussagen zufolge um Bashar Hanani, Anführer der "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP) in Nablus und die beiden Mitglieder der "Al-Aqsa Brigaden" Anas al-Sheikh und Ahmed Jiyousi. Etwa 3.000 Menschen versammelten sich am Nachmittag auf dem Hauptplatz von Nablus anläßlich der Beerdigung der drei Männer und rief "Bashar, unser Freund, die Antwort wird in Tel Aviv sein."

"Israel wird den Preis für dieses Verbrechen zahlen", sagte denn auch Kaed al-Ghoul, ein weiterer Anführer der PFLP.

Ebenfalls am Donnerstag wurde die israelische Staatsbürgerin Tali Fahima von einem israelischen Gericht wegen "Kontakt mit einem ausländischen Agenten, Lieferung von Informationen an den Feind und Mißachtung eines Befehls" zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Sie hatte sich mit Zaqaria al-Zubaidi, Anführer der Al-Aqsa-Brigaden angefreundet und sich nach eigener Aussage möglichst in seiner Nähe aufgehalten, um seine "gezielte Tötung" durch Israel zu verhindern. Die Anklage hatte ihr außerdem vorgeworfen, ein geheimes Dokument des israelischen Militärs für die Palästinenser übersetzt zu haben. Die Verurteilung erfolgte aufgrund eines Handels mit der Angeklagten, in dessen Rahmen sie sich der genannten Vergehen schuldig bekannte, da sie ursprünglich wegen Unterstützung des Feindes in Kriegszeiten und der Unterstützung einer terroristischen Organisation angeklagt war. Fahima war im vergangenen Jahr verhaftet und für drei Monate gefangengehalten worden, bevor sie angeklagt wurde eine Maßnahme, die üblicherweise nur bei Palästinensern Anwendung findet.

Die Worte und Taten beider Seiten lassen kaum einen anderen Schluß zu, als daß sich die Spirale der Gewalt auch in Zukunft weiterdrehen wird.



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