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"Operation Heimatfront"

Propagandakrieg in den USA

31.12.2005  






Wie Capitol Hill Blue am Donnerstag berichtete, werden aus dem Irak heimkehrende US-Soldaten offenbar dazu aufgefordert, gegenüber örtlichen Medien ein positives Bild des Krieges gegen den Irak und der anhaltenden Besatzung zu zeichnen.

Durch dieses vom Pentagon koordinierte Programm, das unter dem Namen "Operation Heimatfront" geführt wird, verletzt das US-Militär endgültig das US-Gesetz, das den Einsatz von Propaganda innerhalb der USA verbietet wobei dies letztlich aufgrund der weltweiten Nachrichtenverbreitung auch schon durch die Verbreitung von Propagandameldungen im Ausland geschieht.

Insbesondere US-Soldaten, die nur für einen Urlaub von der Front im Irak in die USA zurückkehren, werden dabei offenbar zu entsprechenden Äußerungen gegenüber Medien "ermuntert" - wobei die Folgen für Soldaten, die dieser "Ermunterung" zuwiderlaufen, unübersehbar sind. So wurde der Stabsgefreite Leonard Clark, ein Mitglied der Nationalgarde, zum Hauptgefreiten degradiert, weil er sich in seinem mittlerweile gelöschten Blog negativ über Vorgesetzte und über die abnehmende Moral der US-Soldaten geäußert hatte. Außerdem wurde ihm eine Geldstrafe von 1.640 US-Dollar auferlegt.

"Die Botschaft ist eindeutig", sagte ein Reservist auf Heimaturlaub, der aus offensichtlichen Gründen nicht namentlich genannt werden wollte. "Wenn man aus dieser Armee mit einer ehrenhaften Entlassung und allen Bezügen entlassen werden will, sagt man besser nicht die Wahrheit, was in dem Land passiert." Ein anderer, ebenfalls ungenannter Reservist sagte: "Man hat mir eine frühere Entlassung versprochen, wenn ich gute Arbeit dabei leiste, für den Krieg zu werben."

Gespräche mit zahlreichen Reservisten haben ein relativ genaues Bild der Forderungen des US-Militärs gezeichnet. Demnach werden die US-Soldaten aufgefordert,
  • Anfängliche Zweifel hinsichtlich des Krieges zuzugeben, sich aber nun als von der "amerikanischen Aufgabe" überzeugt zu zeigen,
  • zu behaupten, die vorgebliche Übergabe der Sicherheitsaufgaben an Iraker funktioniere,
  • die militärische Führung im Irak zu loben und auch einige unterstützende Worte für die Regierung von US-Präsident George W. Bush einfließen zu lassen und
  • darüber zu sprechen, wie "sich die Dinge im Irak verbessern".

Tatsächlich decken sich diese "Vorgaben" erstaunlich genau mit zahlreichen, in Lokalzeitungen erschienen Interviews mit US-Soldaten.

So sagte US-Feldwebel Christopher "Chris" Desierto gegenüber der Maui News in einem am vergangenen Sonntag veröffentlichten Artikel: "Es ist jetzt viel besser ... Die Leute sind freundlicher. Sie scheinen entspannter und sie sagen 'Danke, Mister'." In einem am Donnerstag in der Roanoke Times erschienenen Artikel sagte US-Hauptmann David Diaz: "Wir haben als Militär gelernt, es besser zu machen."

"Meine Sorge ist, daß wir jetzt die richtigen militärischen und politischen Strategien haben, aber die Geduld der amerikanischen Öffentlichkeit zu Ende geht", so Diaz, der auch nicht vergaß zu erwähnen, daß auch er anfängliche Zweifel hinsichtlich des Krieges gehabt habe, nun aber von der "Mission" überzeugt sei. Auf ausdrückliche Nachfrage bestätigte er, daß Vorgesetzte den US-Soldaten mitteilten, sie seien "besorgt über die Meinung der Öffentlichkeit" und daß sie "Mißverständnisse ausräumen" sollten. Man habe ihm aber niemals vorgeschrieben, was genau er zu sagen habe.

Ganz anders klingt hingegen die Beschreibung des in diesem Monat ehrenhaft entlassenen US-Feldwebels Johnathan Wilson.

"Irak ist ein klassischer FUBAR", sagte er, wobei "FUBAR" aus dem Zweiten Weltkrieg stammernder Militärjargon und die Abkürzung für "Fucked Up Beyond Any Repair" - "Völlig im Arsch und nicht mehr zu reparieren" - ist. "Das Land ist außer Kontrolle und wir können es nicht aufhalten. Jeder, der versucht, gute Nachrichten aus dem Irak zu verkaufen, erzählt Scheiße. Wir gewinnen nicht und letztendlich werden wir das Land in einem schlechteren Zustand verlassen, als es war, als wir einmarschierten."



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