www.freace.de
Impressum und Datenschutz

Nachrichten, die man nicht überall findet.





Britische Folterer

MI6-Agenten waren bei Verhören "anwesend"

02.01.2006  






Wie der britische Observer am Sonntag berichtete, haben mehrere britische Beamte in Gesprächen gegenüber der Zeitung zugegeben, daß Agenten des Geheimdienstes MI6 bei Verhören von Gefangenen in Griechenland "anwesend" waren.

Der Fall von 28 Pakistanis, die in Griechenland nach eigenen Aussagen einige Wochen nach den Londoner Anschlägen vom 7. Juli von 15 griechischen und mehreren britischen Agenten gefangengenommen und gefoltert worden sind, schlägt in Griechenland hohe Wellen, nachdem die Zeitung "Proto Thema" über den Fall berichtete und den Namen des vorgeblich hieran beteiligten Leiters der MI6-Station in Athen, Nicholas John Andrew Langman, veröffentlichte. Diese Veröffentlichung führte wiederum dazu, daß die britische Regierung es den britischen Zeitungen unter Berufung auf ein entsprechendes Gesetz zur Geheimhaltung der Identität von Geheimagenten bei Strafandrohung untersagte, Langmans Namen zu nennen. Mittlerweile wurden Langman und zwei weitere "Angestellte der britischen Botschaft in Athen" nach London zurückgerufen.

Einer der Pakistanis, Muhammad Munir, berichtete, man habe ihn fünf Tage gefangengehalten und "sehr stark auf den Kopf geschlagen". Gul Nawaz, ein anderer, sagte: "Zwei Mal schlug mich ein Polizist, während ich am Boden lag. Ich bat ihn um etwas Wasser und er schlug mir ins Gesicht." Ein anderer sagte, man habe ihm den Lauf einer Waffe in den Mund gesteckt.

Der Anwalt der Pakistanis, der bekannte Strafrechtler Fragiskos Ragoussis, hatte sich am 13. Dezember in einer Petition an das griechische Parlament gewandt und die Vorwürfe damit öffentlich gemacht, da eine zuvor eingeleitete Untersuchung seiner Aussage zufolge keine Fortschritte machte. Während der griechische Minister für Öffentliche Ordnung George Voulgarakis anfangs bestritt, daß die Pakistanis überhaupt "verhaftet" worden seien, wird dies mittlerweile zugegeben. In einer ersten Reaktion bestritt auch der britische Außenminister Jack Straw jegliche Beteiligung von MI6-Agenten.

Die Aussagen mehrerer britischer Beamter gegenüber dem Observer zeigen nun, daß auch diese Behauptung ebenso wie Voulgarakis anfängliche Behauptung nur als Lüge zu bezeichnen ist. Dies bestätigt zweifellos ein weiteres Mal die Äußerung von Makis Triantafyllopoulos, des Herausgebers von "Proto Thema", "Die griechische und die britische Regierung haben von Anfang an gelogen".

Tatsächlich scheint es mehr als fragwürdig, daß die Briten auch den neuen Aussagen zufolge nicht an den Gefangennahmen, Verhören oder Folterungen nicht beteiligt gewesen seien. Vielmehr scheint dies eine neue "Rückzugslinie" zu sein, nachdem die Leugnung jeglicher britischer Anwesenheit nicht mehr funktioniert.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail