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Verluste in Afghanistan

Die andere Seite der Propaganda

02.01.2006  






Am Montag veröffentlichte die in Pakistan beheimatete Nachrichtenagentur „Afghan Islamic Online“ (AIP) eine Meldung, in der ein Sprecher der Taliban mit der behauptung zitiert wurde, in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres seien in Afghanistan insgesamt 355 ausländische Soldaten getötet worden.

Demnach rief der "Taliban-Sprecher Dr. Muhammad Hanif" bei AIP von einem ungenannten Ort aus an und machte Angaben zu Operationen der Taliban in den vergangenen sechs Monaten. "Vom 1. Juli bis zum 31. Dezember wurden 355 amerikanische und ISAF-Soldaten und 316 Soldaten der afghanischen Armee und Polizisten durch die Taliban getötet", sagte er. In dem Zeitraum seien 61 Fahrzeuge der USA und der ISAF und 49 Fahrzeuge der "afghanischen Armee" zerstört worden. Außerdem seien 6 Hubschrauber in den Provinzen Uruzgan, Kandahar, Zabul und Khost abgeschossen worden. Darüberhinaus seien in den Provinzen Uruzgan, Khost, Helmand und Paktika eine Reihe von Bezirksverwaltungen erobert und anschließend in Brand gesteckt worden. Bei den Kämpfen seien auch 82 Kämpfer der Taliban, darunter die Kommandeure Mullah Bashir, Mullah Abd al-Manan und Mullah Muhammad Essa, getötet worden.

Zwar scheint ein nur auf einem Telephonanruf fußender Bericht zweifellos fragwürdig, andererseits hat AIP vor dem Sturz der Taliban durch den US-geführten Angriffskrieg gegen Afghanistan häufig Erklärungen der Taliban veröffentlicht, so daß von guten Beziehungen der Nachrichtenagentur zu den Taliban auszugehen ist. Offiziellen Angaben zufolge wurden in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres 67 ausländische Soldaten getötet. Da auch die Verlustzahlen der USA im Irak massiv geschönt werden ist die Vermutung, daß dies auch in Afghanistan geschieht, sicherlich naheliegend. Erschwerend kommt hier hinzu, daß in Afghanistan auch Spezialeinheiten wie das deutsche "Kommando Spezialkräfte" (KSK) zum Einsatz kommen, deren Verluste nicht gemeldet werden.

Auch wenn zu vermuten ist, daß es sich bei der genannten Zahl von 355 getöteten ausländischen Soldaten um eine Propagandameldung handelt, so dürfte diese doch in Verbindung mit der kaum besser einzustufenden Zahl von 67 getöteten Soldaten eine Annäherung an die Wahrheit ermöglichen.



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