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Tod im Irak

Zahlreiche Zivilisten bei Bombardement getötet

03.01.2006  






Wie Reuters am Dienstag berichtete, hat das US-Militär ein Haus in der etwa 200 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt Baghdad gelegenen Stadt Baiji bombardiert, wobei bis zu 14 Menschen getötet wurden.

Ghadhban Nahi Hussein, der Besitzer des Hauses, sagte gegenüber AFP, er sei mit einigen Freunden in einem etwa 100 Meter entfernten Geschäft gewesen, als er gegen 21:30 Uhr Ortszeit das Bombardement hörte. Als er zu seinem Haus kam, „war es zerstört und überall war Rauch.“ Bisher wurden die Leichen von einem 9 Jahre alten Jungen, einem 11 Jahre alten Mädchen, 3 Frauen und 3 Männern aus den Trümmern seines Hauses geborgen. Ein Mitarbeiter des "Koordinationszentrums", das die US-Streitkräfte und die "irakischen Streitkräfte" in der Provinz Salahuddin verbindet, sagte, insgesamt seien 14 Menschen bei dem Bombenangriff getötet worden.

In einer Erklärung sagte die US-Luftwaffe, das Haus sei angegriffen worden, nachdem Videoaufnahmen einer unbemannten Drohne gezeigt hätten, daß drei Männer, die gegen 21:00 Uhr "der üblichen Vorgehensweise für die Plazierung einer Bombe folgend" ein Loch gegraben hatten, in das Haus gegangen waren. Das US-Militär schwieg sich darüber aus, ob an dem Ort der vermeintlichen Grabung tatsächlich eine Bombe gefunden worden ist.

"Die Personen verließen die Straße und wurden bis zu einem nahegelegenen Gebäude verfolgt. Koalitionsstreitkräfte setzten präzisionsgelenkte Waffen gegen das Gebäude ein", so das US-Militär.

Selbst wenn die drei Männer eine Bombe gelegt haben und anschließend in das Haus gegangen sein sollten – beide Behauptungen stützen sich allein auf Aussagen des US-Militärs – so kann dies doch keineswegs als Begründung für die Bombardierung des Hauses bezeichnet werden. Vielmehr ist die Bombardierung eines Hauses, in dem sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch unschuldige Zivilisten befinden, ohne daß eine direkte Bedrohung für die Soldaten besteht, als klares Kriegsverbrechen zu bezeichnen.

Gleichgültig, ob Ghadhban Nahi Hussein schon bisher Mitglied des irakischen Widerstands war oder nicht, seit dem heutigen Tag ist er es zweifellos ebenso wie seine den Angriff überlebenden Angehörigen.



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