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Irakische Familie versehentlich getötet

05.01.2006  






Einem CNN-Bericht vom Donnerstag zufolge ist das Haus in der irakischen Stadt Baiji, das am Montag von US-Flugzeugen bombardiert wurde, nur "versehentlich" zerstört worden.

Tatsächlich hätte ein etwa 20 Meter entfernt stehendes Haus von der Bombe getroffen werden sollen, so das US-Militär, was dieses allerdings nicht an einer Erklärung hinderte, das Bombardement, bei dem Berichten zufolge 14 Zivilisten getötet wurden, habe "erfolgreiche Wirkungen gegen die Rebellen" gehabt. Das US-Militär behauptet, daß von einer unbemannten Drohne gemachte Videoaufnahmen drei Männer gezeigt hätten, die "ein Loch gruben", wie dies bei der Plazierung von Bomben "üblich" sei. Die Männer seien zu einem nahegelegenen Haus verfolgt worden, das dann bombardiert werden sollte. Derzeit "untersuche" das US-Militär, warum das falsche Haus getroffen worden sei. Der Ausgang dieser Untersuchung ist nicht schwer vorauszusagen. Ungeachtet der Möglichkeit, daß das getroffene Haus auch das anvisierte Ziel gewesen sein könnte, ist das Verfehlen eines Zieles um nur 20 Meter bei einem Bombenabwurf aus sicherlich mehreren hundert Metern Höhe von einem mehrere hundert Stundenkilometer schnellen Kampfflugzeug des Typs F-14 "Tomcat" kaum überraschend zu nennen.

Einmal mehr zeigt dieser Fall, warum die Bombardierung von Häusern aufgrund der vermeintlich Anwesenheit von Widerstandskämpfern nur als Kriegsverbrechen zu bezeichnen ist, gehört es den Genfer Konventionen zufolge doch zu den Pflichten einer Besatzungsmacht, die Zivilbevölkerung soweit irgend möglich vor Kampfhandlungen zu schützen. Dies war auch erst am Dienstag erneut von dem Sprecher des Weißen Hauses Scott McClellan betont worden. Das US-Militär tue alles, um "zivile Opfer zu vermeiden", sagte er. Dieser Logik folgend käme es für das US-Militär also durchaus auch in Betracht, einen ganzen Straßenzug einzuebnen, weil sich dort möglicherweise Widerstandskämpfer aufhalten.

Insbesondere die Behauptung, das Bombardement sei "gegen die Rebellen erfolgreich" gewesen, dürfte angesichts des folgenschweren Fehlers an Menschenverachtung kaum zu überbieten sein.





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