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Die Mauern im Irak

Noch eine Geschichtsstunde

07.01.2006  






Einem AP-Bericht vom Samstag zufolge ist das US-Militär im Begriff, eine "Mauer" um das irakische Dorf As-Siniyah, nahe der Stadt Baiji, wo erst kürzlich "versehentlich" 14 Zivilisten bei einem Bombardement getötet wurden, zu errichten.

Im Rahmen der "Operation Verdun" - benannt nach der längsten Schlacht des 1. Weltkriegs, die erst nach fast acht Monaten endete begannen US-Soldaten am Freitag mit Planierraupen eine 3 Meter hohe "Mauer" aus Sand um das Dorf aufzuhäufen. "Das steht in keinem Lehrbuch der US-Armee", sagte US-Major Shawn Daniel. "Aber wenn die bösen Leute nach Siniyah kommen, um Koalitionsstreitkräfte anzugreifen, dann laßt sie uns schon am Eingang fangen."

Unterstützt von durch "irakische Soldaten" besetzten Wachtürmen wird die "Mauer" auf einer Länge von rund 10 Kilometern As-Siniyah vollständig einschließen und ein Betreten und Verlassen des Dorfes nur noch nach Durchsuchungen durch Soldaten zulassen. Entsprechende "Mauern" wurden bereits um die irakischen Städte Fallujah, Samarra und Ramadi gezogen. Die "Mauer" um As-Siniyah diene dazu, "die Rebellen von der Bevölkerung zu trennen", so US-Hauptmann Christopher Judge. "Wir versuchen es ihnen sehr schwer zu machen, zu kommen und zu gehen."

Die US-Armee informierte die Bewohner des Dorfes, das nur etwa einen Kilometer von der US-Basis Summerall entfernt liegt, nur wenige Stunden vor Baubeginn über die geplanten Maßnahme. Wie in zahlreichen Gebieten des Iraks kam es auch dort in der letzten Zeit zu verstärkten Angriffen mit Bomben auf die Besatzer und auch mit Mörsern auf die Basis selbst. Trotz der kurzfristigen Ankündigung der Einkesselung des Dorfes mit mehreren tausend Einwohnern gaben Mitglieder des US-Militärs zu, daß es Widerstandskämpfern möglich war, das Dorf zu verlassen. Dies würde aber die Wirksamkeit der "Mauer" nicht beeinträchtigen, so Judge.

Der Imam der Moschee von As-Siniyah verglich die "Mauer" und die geplante ständige Beobachtung mit einem Konzentrationslager.



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