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Druck auf Niederlande

Weitere Kriegsbeteiligung erwartet

10.01.2006  






Wie die International Herald Tribune am Montag berichtete, hat der NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer die Niederlande aufgefordert, wie geplant Mitte dieses Jahres 1.400 niederländische Soldaten nach Afghanistan zu entsenden.

Im niederländischen Parlament, das einer Entsendung zustimmen muß, sind diese Pläne auf massive Widerstände gestoßen, so daß die Entsendung der Soldaten derzeit nicht als sicher anzusehen ist. Insgesamt sollen die Besatzungstruppen der NATO von 9.000 auf 15.000 erhöht werden. "Dies ist eine äußerst wichtige Aufgabe", so de Hoop Scheffer gegenüber Journalisten. "Wir sollten den Terroristen, den Taliban, nicht den Sieg gewähren." Eine Aussage, die vermuten läßt, daß auch die Besatzer nach eigener Definition eine "Friedenstruppe" - in Afghanistan weitaus stärker unter Druck sind, als dies offiziell zugegeben wird.

In einem Interview wurde der ehemalige US-Verwalter des Iraks, L. Paul Bremer, gegenüber der niederländischen Zeitung De Volkskrant noch weitaus deutlicher.

"Wenn die Niederländer sich entscheiden, keine Soldaten nach Afghanistan zu entsenden, wird das den niederländischen Interessen in den Vereinigten Staaten schaden", so Bremer. "Immer wieder müssen die US-Regierung, der Kongreß, Entscheidungen treffen, die niederländische Wirtschaftsinteressen beeinflussen. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, daß Entscheidungen getroffen werden könnten, die nicht im Interesse der Niederlande wären."

Auch wenn Bremer offiziell derzeit keinen Posten innerhalb der US-Regierung bekleidet, so ist doch anzunehmen, daß er diese kaum verhohlene Drohung rein zufällig aussprach. Letztlich ist dies kaum als etwas anderes denn ein Erpressungsversuch der USA, um die Kriegsbeteiligung eines anderen Landes zu erzwingen. Sollte diese Strategie Erfolg haben, so wird dies kaum das letzte Mal gewesen sein, daß die USA andere Staaten mit wirtschaftlichen Drohungen dazu zwingen, sich an ihren Kriegen zu beteiligen.





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