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Abweichler China

US-Dollar zunehmend unter Druck

11.01.2006  






Einem Bericht der Washington Post vom Dienstag zufolge hat China beschlossen, einen bisher nicht näher genannten Teil seiner Währungsreserven weg vom US-Dollar in andere Währungen vermutlich insbesondere den Euro zu investieren. Eine weitere mögliche Investitionsmöglichkeit ist zweifellos Erdöl, insbesondere angesichts des wachsenden Energieverbrauchs der Volksrepublik.

Bisher bestehen rund dreiviertel der chinesischen Währungsreserven im Gesamtwert von etwa 800 Milliarden US-Dollar die derzeit monatlich im Wert von etwa 15 Milliarden US-Dollar steigen aus US-Dollar, also etwa 600 Milliarden US-Dollar. Da die Gefahr eines massiven Verlustes der US-Währung aufgrund schwindenden Vertrauens und des immer weiter wachsenden US-Defizits immer größer werde, müsse China versuchen, sein Kapital abzusichern. Allein diese inoffizielle Ankündigung eines anonym gebliebenen hochrangigen chinesischen Volkswirts, der die Wirtschaftspolitiker des Landes berät, birgt sicherlich die Möglichkeit, allein aufgrund seiner Aussage eine sich selbst erfüllende Prophezeiung geschaffen zu haben.

Vor Journalisten hatte Yu Yongding, ein Volkswirt des Komitees für Währungspolitik der chinesischen Zentralbank, bereits im vergangenen Monat keinen Zweifel an seiner Prognose für den US-Dollar gelassen. "Die allgemeine Entwicklung des US-Dollars wird beständig schwächer", so Yu. "Ländern mit großen ausländischen Währungsreserven werden ihre Vermögenswerte geschrumpft werden."

Erst in der vergangenen Woche hatte Hu Xiaolian, Direktor der Verwaltung der Wechselkurse, gesagt, China plane, die "Struktur" seiner Reserven zu "optimieren" - zweifellos ein deutlicher Hinweis auf einen bevorstehen teilweisen Rückzug aus dem US-Dollar.

Kurzfristig könnte eine großangelegte Abkehr Chinas vom US-Dollar zwar auch China selbst schädigen, weil dies auch die chinesischen Exporte treffen könnte etwa 20 Prozent der chinesischen Exporte gehen in die USA - mittel- und langfristig aber könnte dies die Stellung Chinas in der Welt beflügeln. Eine deutliche Schwächung des US-Dollars würde es noch weitaus wahrscheinlicher machen, als dies schon bisher der Fall ist, daß ölexportierende Länder von einer Verrechnung ihrer Exporte in US-Dollar Abschied nehmen. Dies würde wiederum nicht nur den US-Dollar, sondern auch die ganze US-Wirtschaft in eine schwere Krise stürzen, so daß China einerseits einen wichtigen Gegner um die Vorrangstellung in der Weltwirtschaft außer Gefecht setzen würde, andererseits wären die USA auch nicht mehr in der Lage, in gleichem Maße wie derzeit das von China zunehmend dringend benötigte Öl auf den Weltmärkten einzukaufen. Und letztlich würde dies auch eine mögliche militärische Bedrohung Chinas durch die USA sieht man einmal von der Möglichkeit einer Verzweiflungstat angesichts dieses Szenarios ab vermindern.



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