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Schnell reagiert

BND zensiert Suchmaschine

16.01.2006  






Am Montag veröffentlichte Spiegel Online einen Artikel, demzufolge einer der beiden BND-Agenten, die das US-Militär bei seinem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak unterstützten seit Jahren eine private Website im Internet besaß.

Auf dieser Website nannte er zwar nicht seinen Beruf, war aber ansonsten sehr auskunftsfreudig, so daß Photos eines Straßenschildes und seiner Hausnummer keinen Zweifel über seine Adresse im australischen Canberra, wohin er Mitte 2004 versetzt worden war - "als Belohnung", wie er gegenüber dem Irak-Korrespondenten der ARD, Jörg Armsbruster, schrieb. Offenbar nicht die einzige "Belohnung", leistete er sich doch auch einen neuen BMW 745Li. Mittlerweile wurden zwar alle Dateien von der bei 1&1 gehosteten Website entfernt, der Spiegel zitiert aber ausreichend viele Texte und zeigt sogar einen Screenshot der Eingangsseite, so daß es nicht schwerfällt, die Website des Agenten "Reiner M." ausfindig zu machen. Tatsächlich handelt es sich sogar um zwei Websites, eine auf seinen Nachnamen unter der Toplevel-Domain .de registrierte und eine auf seinen vollen Namen unter der Toplevel-Domain .com registrierte. Ein Blick in die Daten der Denic, der Registrierungsstelle für Websites unter der .de-Domain, offenbart, daß dort offenbar noch die vorangegangene Adresse in Deutschland eingetragen ist.

Zweifellos stieß die plötzliche Öffentlichkeit eines BND-Agenten in Pullach auf Mißfallen, was zu der Löschung der Dateien der Websites geführt haben dürfte. Daß dies nur eine sehr mangelhafte Maßnahme ist, sollte angesichts des "Gedächtnisses" des Internets klar sein. Unzählige Suchmaschinen durchforsten ständig das Internet und speichern die gefundenen Inhalte, um sie für Suchergebnisse zu indexieren. Auch das "Wayback Archive" archiviert Websites, allerdings einzig mit dem Ziel, eben solche nicht mehr vorhandenen Internetpräsenzen wieder erreichbar zu machen auch hier wird der Suchende fündig.

Und doch bemühte sich der BND offenbar, die Spuren aus dem Internet zu tilgen. Während alle "großen" Suchmaschinen problemlos Ergebnisse zu den entsprechenden Suchen liefern, wurden aus der marktbeherrschenden Suchmaschine Google sämtliche Seiten des plötzlich so prominenten BND-Agenten entfernt.

Hier zeigt sich einmal mehr nicht nur, daß Zensur auch in Deutschland immer noch angewandt wird, sondern auch, daß sich gerade Google derartigen Bestrebungen widerspruchslos beugt.


Nachtrag 17.01.2005, 14:00 Uhr: Mittlerweile liefert Google auch wieder Ergebnisse bei den genannten Suchen. Auch wenn ein Zusammenhang mit diesem Artikel sicherlich rein spekulativ wäre, so hat man sich offenbar doch entschieden, diese sinnlose Maßnahme zu beenden.



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