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Schweigen

Auch Briten reden nicht gern über Verluste

19.01.2006  






Daß das US-Militär wie auch schon in vergangenen Kriegen versucht, die tatsächliche Zahl der Verluste im Irak zu vertuschen, ist keine neue Erkenntnis. Dies trifft ebenso auf die Zahl der getöteten wie der verwundeten Soldaten zu. Daher kann es letztlich kaum verwundern, daß auch das britische Militär versucht, das Ausmaß der Verluste geheimzuhalten.

Einem Bericht des britischen Independent vom Donnerstag zufolge wehrt sich die Regierung Großbritanniens vehement dagegen, genaue Angaben zur Schwer der Verletzungen britischer Soldaten im Irak zu machen. Einzig die Zahl 98 getöteter und 4.017 aufgrund von medizinischen Gründen aus dem Irak evakuierter Soldaten wobei anzunehmen ist, daß die genannten Zahlen ebenso wie im Falle der USA keineswegs die ganze Wahrheit wiedergeben wird von Seiten der britischen Regierung genannt. Dabei ist anzunehmen, daß der Rückgang tödlicher Verletzungen im Vergleich zu vorangegangenen Kriegen bei den britischen Soldaten mit einem Anstieg an schwersten Verletzungen, beispielsweise dem Verlust mehrerer Gliedmaßen, einhergeht, wie dies auch bei den US-Soldaten der Fall ist.

"Das ist nicht gut genug, die britische Öffentlichkeit und unsere Soldaten und Soldatinnen verdienen ein wesentlich klareres Bild dessen, was im Irak passiert. Die Menschen werden nicht verstehen, warum die Regierung bisher nicht in der Lage war, aussagekräftige Statistiken über Verluste im Irak zur Verfügung zu stellen", sagte denn auch der "Verteidigungsminister" im britischen Schattenkabinett, Liam Fox. "Das Verteidigungsministerium muß bereits Daten über die Art der Verletzungen besitzen. Zahlen über die Art der Verletzungen würden keinerlei Einfluß auf die Beziehung zwischen Ärzten und Patienten haben." Hiermit griff er direkt die Behauptung an, genauere Angaben könnten aufgrund des Datenschutzes und der ärztlichen Schweigepflicht nicht gemacht werden.

In der vergangenen Nacht betonte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums, die britische Regierung würde die Zahlen nicht "vertuschen" und erklärte, man "hoffe" bis Ende der Woche genauere Zahlen veröffentlichen zu können. Letztlich kann diese Aussage allerdings nur als ein Eingeständnis eines Vertuschungsversuchs bezeichnet werden. Das britische Militär selbst besitzt ohne jeden Zweifel eine genaue Statistik über Art, Ort und Ursache von Verwundungen seiner Soldaten. Wenn das Verteidigungsministerium nun eben keine rechtlichen Hindernisse mehr sieht, so haben diese offenbar nie bestanden.

Dies ist aber keineswegs ein auf Großbritannien und die USA beschränktes Phänomen. So hüllt sich auch die deutsche Regierung über Verluste gleichgültig, ob es sich um getötete oder verwundete Soldaten handelt der Eliteeinheit "Kommando Spezialkräfte" (KSK) in Schweigen.



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