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Israel beschuldigt Iran und Syrien

20.01.2006  






In seiner Rede auf dem französischen Marinestützpunkt l'Ile Longue dans le Finistère drohte der französische Präsident Jacques Chirac am Mittwoch "Terrorstaaten" mit dem Einsatz von Atomwaffen, sollte Frankreich oder auch einer seiner "Verbündeten" Ziel eines Anschlags werden.

Neben den europäischen Nachbarstaaten und den USA zählt Frankreich auch Israel zu seinem engsten Verbündeten.

Nur einen Tag nach dieser Rede veröffentlichte der arabische Fernsehsender Aljazeera ein Tonband, auf dem eine vorgeblich "Osama bin Laden" gehörende Stimme zwar einerseits einen "Waffenstillstand" anbot, andererseits aber auch mit weiteren Anschlägen drohte.

Am Freitag nun beschuldigte Israel direkt den Iran und Syrien, Drahtzieher des Anschlags vom Donnerstag in Tel Aviv zu sein. Dabei waren 20 Menschen durch eine von einem "Selbstmordattentäter" in einem Schnellimbiß ausgelöste Explosion verletzt worden. Offenbar kam es abgesehen vom Täter selbst zu keinen Todesopfern, weil sich die meisten Gäste an Tischen außerhalb des Imbisses aufgehalten hatten, er aber trotzdem in das Geschäft gegangen und die Bombe dort gezündet hatte, wie AP berichtete.

"Wir haben eindeutige Beweise, daß die Finanzierung des Terroranschlags ... direkt aus dem Iran kam, während die Planung in Syrien ausgeführt wurde", sagte der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz. Diese "Erkenntnisse" lagen also bereits nicht einmal einen Tag nach dem Anschlag vor - ein Ermittlungserfolg, der sicherlich ebenso bemerkenswert ist wie die Überzeugung, mit der die US-Behörden schon wenige Stunden nach den Anschlägen vom 11. September 2001 die vorgeblichen Attentäter zweifelsfrei identifiziert zu haben vorgaben.

Auch wenn kaum anzunehmen ist, daß Frankreich nun direkt mit Atomschlägen gegen Syrien und Iran reagieren wird, so ist der Eindruck, daß hier die Gunst der Stunde genutzt wird, um eine solche Reaktion wesentlich wahrscheinlicher zu machen, angesichts des zeitlichen Zusammenhangs nur schwerlich zu ignorieren. Die Tatsache, daß Israel dabei sogar darauf verzichtet, die palästinensische Organisation "Islamischer Jihad" direkt zu beschuldigen - andererseits aber bereits Angriffe gegen die Organisation angekündigt wurden nur um die beiden "Erzfeinde" Syrien und Iran zu beschuldigen, entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie.





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