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Augen zu und durch

Deutsche Behörden "übersehen" unangenehmen Bericht

22.01.2006  






Einem Bericht der deutschen Tagesschau vom Samstag zufolge haben zwei deutsche Ministerien und der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) einen geheim Bundeswehrbericht über die illegale Entführung von "Terrorismus-Verdächtigen" vorgeblich nie erhalten und dementsprechend auch nicht verfolgt.

Am 16. Juni 2003 hatte einer von zwei Bundeswehroffizieren, die sich bei "Ermittlungen" in Bosnien-Herzegowina als Journalisten ausgegeben hatten, einen Bericht verfaßt, in dem er den verdahct äußerte, daß im Januar 2002 sechs Menschen aus Bosnien-Herzegowina entführt und nach Guantánamo Bay auf Kuba verschleppt worden sind. Diese sechs Menschen werden dort noch immer gefangengehalten, obwohl ein Gericht in Bosnien-Herzegowina zwischenzeitlich ihre Freilassung angeordnet hat.

Offiziellen Angaben der deutschen Botschaft in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo zufolge kam dieser Bericht dort allerdings nie an. "Intensive Recherchen" des Auswärtigen Amtes hätten ergeben, daß dort keinerlei Informationen über die Entführung der sechs Menschen vorlägen. Andererseits sei dieser Fall allerdings seit Herbst 2002 Gegenstand zahlreicher öffentlicher Berichterstattungen.

Auch der BND erklärte demnach, den Bundeswehrbericht nicht erhalten zu haben.

Das deutsche Bundesverteidigungsministerium wiederum erklärte, der Bericht sei nicht mehr elektronisch gespeichert. "Eine Langzeitarchivierung ist nicht vorgesehen, so daß eine Löschung erfolgen kann." Allerdings wurde seitens des Ministeriums am Mittwoch in einer Sitzung des Verteidigungsausschusses des Bundestags eingeräumt, daß auf einem Computer der Bundeswehr Photos gefunden worden seien, die Teil des Berichts waren.

Obwohl dem Verteidigungsministerium zwischenzeitlich außerdem eine Abschrift des Berichts übergeben worden ist, stellt sich dieses nach wie vor auf den Standpunkt, es gäbe keinerlei Beweise für die Entführung der sechs Menschen.



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