www.freace.de
Impressum und Datenschutz

Nachrichten, die man nicht überall findet.





Schleichende Aneignung

Israel und das palästinensische Land

24.01.2006  






Eine Reuters-Meldung vom Dienstag belegt bei genauerem Hinsehen ein weiteres Mal, daß Israel ungeachtet aller vorgeblichen "Friedensbemühungen" auf eine Erweiterung seines Staatsgebietes bedacht ist.

Demnach sagte der seit dem Schlaganfall des israelischen Premierministers Ariel Sharon amtierende Premierminister Ehud Olmert: "Um die Existenz eines jüdischen nationalen Heimat zu sichern, werden wir nicht in der Lage sein, über Gebiete zu herrschen, in denen die Mehrheit der palästinensischen Bevölkerung lebt."

Was hier auf den ersten Blick wie eine Ankündigung zum Abzug aus den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten klingt, definiert offenbar in Wahrheit nur jene Gebiete, die Olmerts Ansicht zufolge an Israel fallen sollten. Olmert zufolge müsse Israel Teile der besetzten West Bank aufgeben, um eine Grenze zu Palästina zu schaffen.

"Es gibt keinen Zweifel, daß der dramatischte und wichtigste Schritt, dem wir uns gegenübersehen, die Festlegung der permanenten Grenze des Staates Israel ist", so Olmert weiter. "Wir würden ein Übereinkommen vorziehen. Wenn unsere erwarteten Partner bei den Verhandlungen im Rahmen des Fahrplans nicht ihren Verpflichtungen gehorchen, werden wir die israelischen Interessen um jeden Preis schützen."

Tatsächlich sind beide Seiten, sowohl die palästinensische als auch die israelische, weit davon entfernt, die Forderungen des "Fahrplans zum Frieden" zu erfüllen, wobei es Israel aus seinem Selbstverständnis als "demokratischer Staat" und aufgrund der gefestigten Sicherheitsstruktur deutlich leichter fallen sollte, dies zu tun.

Bemerkenswert ist hier aber insbesondere, daß es für Olmert offenbar völlig selbstverständlich ist, daß nicht die gesamten besetzten Gebiete an Palästina zurückgegeben werden, weder in naher Zukunft noch irgendwann. Vielmehr soll augenscheinlich zumindest ein Teil auch seiner Vorstellung zufolge wobei er eher dem "friedlichen" Lager zugerechnet wird dauerhaft an Israel fallen. Damit bestätigte er einmal mehr die häufig von der palästinensischen Seite geäußerte Befürchtung, der Verlauf der "Mauer" - die in weiten Teilen innerhalb der besetzten palästinensischen Gebiete und nicht auf der "Grünen Linie" entlangführt solle vielmehr als Mittel zur Festlegung des zukünftigen Grenzverlaufes dienen.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail