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Kriegsplanungen

Irakkrieg um jeden Preis

02.02.2006  






Ein Bericht des britischen Fernsehsenders Channel4 vom Donnerstag belegt ein weiteres Mal, daß sowohl die USA als auch Großbritannien den Krieg gegen den Irak um jeden Preis führen wollten und nicht nur Vorwände suchten, sondern auch bereit waren, diese selbst zu schaffen.

Der Bericht beruft sich auf das Buch "Lawless World" des Anwalts Philipe Sands, das anhand eines Channel4 vorliegenden Protokolls eines Treffens des britischen Premierministers Tony Blair mit US-Präsident George W. Bush vom 10. März 2003 zeigt, daß der Krieg gegen den Irak auch dann geführt werden sollte, wenn der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Resolution, die die Anwendung von Gewalt erlaubte, ablehnte, was schließlich auch passierte.

"Die Vereinigten Staaten werden ihr ganzes Gewicht in die Bemühungen um eine weitere Resolution legen und 'Arme verdrehen' und 'sogar drohen'", so Bush dem Protokoll zufolge. Blair sagte daraufhin, er stehe "fest an der Seite des Präsidenten" und sei "bereit, alles notwendige zu tun, um Saddam zu entwaffnen." Eine weitere UN-Resolution hätte Blairs Ansicht nach "eine Versicherungspolice gegen das Unerwartete und internationale Rückendeckung, einschließlich der Araber" geboten.

Dem Buch zufolge konzentrierte sich das Treffen auf Bemühungen, "Beweise" für den Bruch der UN-Resolution 1441 durch den Irak zu finden, um so einen Krieg gegen das rechtfertigen zu können. Bush ging dabei so weit, darüber nachzudenken, "U2"-Spionageflugzeuge in den Farben der Vereinten Nationen über dem Irak einzusetzen. Wären sie von dem Irak angegriffen worden, hätte er die Resolution verletzt.

"Es wäre auch möglich, daß ein Überläufer hinausgebracht wird, der eine öffentliche Präsentation über Saddams Massenvernichtungswaffen abhält und es gibt auch die kleine Möglichkeit, daß Saddam ermordet wird", so Bush bei dem Treffen, bei dem auch die damalige "Sicherheitsberaterin" und heutige Außenministerin Condoleezza Rice, ihr damaliger Stellvertreter Dan Fried und der Stabschef des Präsidenten Andrew Card anwesend waren. Blair wurde von seinem damaligen "Sicherheitsberater" David Manning, seinem Berater für Außenpolitik Matthew Rycroft und seinem Stabschef Jonathan Powell begleitet.

Insbesondere die Überlegung, Spionageflugzeuge unter der Fahne der Vereinten Nationen über den Irak fliegen zu lassen, in der Hoffnung, daß sie durch den Irak angegriffen würden, belegt nicht nur den unbedingten Kriegswillen der USA und Großbritanniens, sondern auch, wie weit beide Länder bereit waren zu gehen, um einen Krieg gegen den Irak zu provozieren. Diese Erkenntnis ist insbesondere im Hinblick auf die derzeitige Kriegsrhetorik gegen den Iran von größter Bedeutung, ist doch kaum anzunehmen, daß beide Länder sich in diesem Fall anders verhalten.



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