www.freace.de
Impressum

Nachrichten, die man nicht überall findet.





Geplante Kriege

Zukunftsvisionen des US-Militärs

04.02.2006  






In dem am Freitag vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichten "Vierjährigen Verteidigungs-Bewertungsbericht" ließ das zuständige "Büro des stellvertretenden Verteidigungsministers der Abteilung für Richtlinien" kaum einen Zweifel daran, daß die USA in Zukunft weitere Kriege führen werden.

In dem alle vier Jahre veröffentlichten Bericht schrieb der US-Staatssekretär für Verteidigungspolitik, Ryan Henry: "US-Streitkräfte werden wahrscheinlich im nächsten Jahrzehnt irgendwo in der Welt im Einsatz sein, wo sie derzeit nicht im Einsatz sind. Aber ich kann Ihnen nicht im geringsten sagen, wo dies sein wird, wann dies sein wird, oder wie dies sein wird." Andererseits weist der Bericht aber ausdrücklich darauf hin, daß China "das größte Potential haben wird, militärisch mit den Vereinigten Staaten zu konkurrieren."

"Jenseits des fünf-Jahres-Punktes werden die Dinge sehr verschwommen", so Henry, der auch betonte, daß "wir diesen langen Krieg nicht allein gewinnen können." Für den Fall einer "großen Krise" wie einem "Terroranschlag" oder dem "Ausbruch von Feindseligkeiten", die eine "Erhöhung" der Streitkräfte "erfordert", plane das US-Militär einen "höheren Grad der Beteiligung internationaler Alliierter und Partner" ein.

Auch soll ein zunehmender Schwerpunkt auf den Einsatz von Spezialeinheiten, beispielsweise der "Delta Force" gelegt werden. Die Zahl von 52.000 Soldaten innerhalb der "US Special Operations Forces" (SOF), zu denen auch die "Delta Force" gehört, soll demnach um 15 Prozent, also auf 60.000 angehoben werden. Die Zahl der "Army Special Forces", zu denen wiederum die SOF gehören, soll sogar um ein Drittel steigen. Außerdem soll eine vollständig neue Spezialeinheit geschaffen werden, die mit unbemannten Drohen in Ländern, in denen der Zugang "schwierig" ist, "feindliche Fähigkeiten lokalisieren und angreifen" soll. Auch die Einheiten für "Öffentlichkeitsarbeit" und "psychologische Operationen" - die US-Umschreibung für Propagandaverbreitung - sollen um 3.500 Soldaten oder 33 Prozent verstärkt werden.

"SOF werden ihre Fähigkeiten, anspruchsvollere und spezialisiertere Aufgaben, insbesondere verdeckte, Langzeit- und Geheimoperationen in politisch empfindlichen Umgebungen und abgeschotteten Bereichen, auszuführen, vergrößern", so der Bericht. Bis zum Jahr 2007 sollen den SOF mehrere umgerüstete U-Boote der US-Marine für Spezialeinsätze zur Verfügung gestellt werden, die jeweils mit 150 Marschflugkörpern des Typs BGM-109 "Tomahawk" ausgerüstet sind, um so "einzelne Personen" - was angesichts dieser Waffen objektiv betrachtet schwierig sein dürfte - oder "andere Ziele" anzugreifen. Daß diese Marschflugkörper auch für Angriffe mit Atomsprengköpfen konstruiert wurden, macht sie aus Sicht des US-Militärs nur flexibler in ihren Einsatzmöglichkeiten.

Letztlich bedeutet diese Vergrößerung der US-Spezialeinheiten und die Feststellung, sie befänden sich in einem "langen Krieg" nichts weniger als die Tatsache, daß auch die USA die israelische Politik der "gezielten Tötungen" kopieren wollen, hierbei allerdings nicht auf Palästina oder andere Gegenden beschränkt, sondern ausdrücklich mit einem weltweiten Wirkungskreis. Das bedeutet, daß die USA sich das Recht nehmen wollen und werden, weltweit Menschen, die ihrer Ansicht nach den Tod "verdient" haben ebenso wie eine nicht zu unterschätzende Zahl von "Kollateralschäden" - zu töten. Ein solches Vorgehen widerspricht nicht nur jeglichem Völkerrecht, es ist zweifellos auch als Staatsterrorismus zu bezeichnen.



Werbung:


Zurück zur Startseite





Impressum

contact: EMail

PAGERANK SEO