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Ende der Geduld

Craig Murray veröffentlicht Buch

08.02.2006  






Auf seiner Website erklärte der frühere britische Botschafter in Usbekistan Craig Murray am Dienstag, daß er nun nicht länger bereit sei, die durch die britische Regierung zu verantwortenden Verzögerungen bei der Veröffentlichung seines Buches "Murder in Samarkand" ("Mord in Samarkand") hinzunehmen.

Murray war im Oktober 2004 seines Amtes enthoben worden, nachdem er mehrfach deutlich Menschenrechtsverletzungen der usbekischen Regierung kritisiert hatte. Bereits im Dezember 2002 hatte Murray sich in einem Telegramm gegenüber dem britischen Außenminister Jack Straw darüber beschwert, daß offensichtlich durch Folter gewonnene "Informationen" von Großbritannien verwendet wurden. Im Februar 2005 schied er dann schließlich vollständig aus dem Dienst des britischen Außenministeriums aus.

Seitdem hat er bei zahllosen Veranstaltungen seinen Standpunkt vertreten und die zumindest indirekte Beteiligung Großbritanniens an der Folterung von Gefangenen angeprangert. Außerdem verfaßte er ein Buch, was das britische Außenministerium schon im Juli des vergangenen Jahres veranlaßte, ihm mit "rechtlichen Folgen" zu drohen, sollte er es unzensiert veröffentlichen. Tatsächlich hat er aufgrund von "Gesprächen" mit dem britischen Außenministerium zahlreiche Passagen in dem Buch geändert und entfernt, beispielsweise Details zweier Geheimdienstberichte, Teile eines Gesprächs mit dem US-Botschafter und "private Betrachtungen" über Mitarbeiter des britischen Außenminsteriums.

Trotzdem verzögerte das Außenministerium die Veröffentlichung des Buches immer wieder, so daß Murray nun den Eindruck hat, daß die Veröffentlichung auf diesem Weg "unendlich" verzögert werden soll. Er hat dem Außenministerium daher mitgeteilt, daß er, sollte er bis zum Freitag keine "eindeutige" Antwort seitens des Außenministeriums erhalten, er das Buch nicht nur veröffentlichen, sondern sich außerdem "nicht länger verpflichtet fühlen" würde, die Änderungen beizubehalten.

"Meine Geduld mit ihren Spielen ist endgültig am Ende und ich habe das Außenministerium informiert, daß ich vorhabe, weiterzumachen und in jedem Fall zu veröffentlichen. Sie werden vor Gericht gehen müssen, um zu versuchen, ein Verbot durchzusetzen", schrieb Murray.

Außerdem hülfe es "seiner Sache", wenn möglichst viele Exemplare des Buches vorbestellt würden, da so gezeigt würde, daß ein großes Interesse an dem Buch bestünde und so eine Veröffentlichung wahrscheinlicher würde, so Murray, der aber auch zugibt, durchaus auch auf die Tantiemen angewiesen zu sein. "Ich werde nicht vorgeben, das Geld von dem Buch nicht zu brauchen, da ich das letzte Jahr fast ohne jegliches Einkommen damit verbracht habe, mich gegen Folter, den Mißbrauch von Geheimdienstinformationen und die Unterstützung von Tyrannei einzusetzen", so Murray weiter.

Murder in Samarkand



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