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Plünderung

Mindestens 8,8 Milliarden im Irak "verschwunden"

11.02.2006  






Wie der Sender CBS am Freitag berichtete, sind mindestens 8,8 Milliarden US-Dollar, die vorgeblich für den "Wiederaufbau" im Irak hätten ausgegeben werden sollen, "verschwunden".

Nach Aussage von Stuart Bowen, dem US-Sondergeneralinspekteur für den Wiederaufbau des Irak (SIGIR), ist diese gewaltige Summe „verschwunden“, weil Kontrolle durch die US-"Übergangsverwaltung" (CPA) des Iraks "relativ nicht-existent war". Dieser Standpunkt wird auch von Frank Willis, der ein halbes Jahr lang innerhalb der "Übergangsverwaltung" für die zivile Luftfahrt verantwortlich war, bestätigt. Demnach waren damals Milliarden in Bargeld vorhanden, um für die diversen "Projekte" zu bezahlen. "Frische, neue, knisternde, unverbrauchte, frisch gedruckte 100 US-Dollar-Scheine. Es war der wilde Westen", so Willis.

Der CBS-Artikel konzentriert sich dann auf das US-Unternehmen "Custer Battles" - dessen Name angesichts der Tatsache, daß es sich um kaum etwas anderes als eine Söldnervermietung handelt, kaum passender sein könnte, obwohl es sich hier nur um die Namen der beiden Firmengründer Scott Custer und Mike Battles handelt – gegen das derzeit ein Ermittlungsverfahren läuft. Tatsächlich wird dem Unternehmen in dem Verfahren – das nur auf massiven Druck der Öffentlichkeit zustande kam, was bei Beobachtern den Eindruck verfestigte, daß Custer Battles unter dem "Schutz" der US-Regierung oder zumindest höchster Kreise stand – nur vorgeworfen, die US-Regierung um 50 Millionen US-Dollar betrogen zu haben. Angesichts der von Bowen genannten Gesamtsumme von 8,8 Milliarden US-Dollar ein verschwindend geringer Anteil von etwas mehr als einem halben Prozent, wobei zu vermuten ist, daß die Gesamtsumme noch weitaus höher ist als die nun genannten 8,8 Milliarden, da Bowen noch vor wenigen Wochen von mehreren hundert Millionen gesprochen hatte.

Bemerkenswert sind hier aber noch zwei weitere Punkte. Einerseits die Definition der US-Regierung von "Wiederaufbau", so wurden von Custer Battles bereitgestellte Söldner beispielsweise für die Sicherung des Flughafens der irakischen Hauptstadt Baghdad eingesetzt, andererseits aber auch die Behauptung, hier wären nur die USA betrogen worden.

Ein großer Teil der Gelder, die vorgeblich für den "Wiederaufbau" verwendet wurden, also zweifellos auch jener 8,8 Milliarden US-Dollar, stammt aus dem Verkauf irakischen Erdöls. Es scheint mehr als angebracht, hier von einer großangelegten Plünderung des Landes zu sprechen. Die Tatsache, daß eines der hieran beteiligten Unternehmen offenbar unter dem Schutz der US-Regierung stand und noch nach Bekanntwerden der Vorwürfe weitere Aufträge erhielt, läßt nur den Schluß zu, daß dies mit Billigung der US-Regierung geschehen ist und mit größter Wahrscheinlichkeit immer noch geschieht.



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