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Kollateralschaden

Mag der US-Vizepräsident keine Anwälte?

13.02.2006  






"Kollateralschaden" ist ein von der US-Regierung geprägter Begriff, der durch US-Angriffe verschuldeten Tod und Verwundung unschuldiger Zivilisten einen unauffälligeren, "technischeren" Anstrich geben soll. Ein solcher "Kollateralschaden" wurden nun direkt von einem ranghöchsten Mitglied der US-Regierung verschuldet.

Wie AP am Sonntag unter Berufung auf eine Meldung der Corpus Christi Caller-Times berichtete, hat US-Vizepräsident Richard "Dick" Cheney bei einem Jagdausflug im US-Bundesstaat Texas einen millionenschweren Anwalt mit einer Schrotflinte so schwer angeschossen, daß dieser mehrere Tage im Krankenhaus von Corpus Christi auf der Intensivstation behandelt wurde.

Der 78-jährige Harry Whittington aus Austin wurde von Cheneys Schrotladung getroffen, während sie gemeinsam auf der Farm der einflußreichen Katherine Armstrong auf der Jagd nach Wachteln waren. Armstrong sagte aus, sie habe aus einem Auto gesehen, wie Whittington einen Vogel geschossen hatte und ihn daraufhin im Gras suchte, während Cheney und ein weiteres Mitglied der Jagdgruppe weitere Vögel ausgemacht hatten.

Whittington "kam von hinter dem Vizepräsidenten und dem anderen Jäger und meldete sich nicht oder machte sich bemerkbar oder kündigte sich an", so Armstrong. "Der Vizepräsident sah ihn nicht", sagte sie. "Die Vögel flatterten hoch und der Vizepräsident wählte einen Vogel aus und folgte ihm und schoß. Und bei Gott, Harry war in der Schußlinie und wurde ziemlich gründlich übersät." Er sei insbesondere auf seiner rechten Seite, in Wange, Hals und Oberkörper getroffen worden.

Der Vergleich mit der von Cheney mitgetragenen US-Politik, die ebenfalls rücksichtslos um sich feuert, ist hier sicherlich mehr als naheliegend. Bemerkenswert ist aber auch, daß der Vorfall von Cheneys Büro erst gemeldet wurde, nach dem auch die Presse hierüber berichtet hatte. Seine Sprecherin Lea Anne McBride wollte hierzu keinen Kommentar abgeben und verwies diese eindeutig Cheney betreffende Frage an Armstrong. Erst nach den Pressemeldungen begann auch der Polizeichef von corpus Christi mit Ermittlungen, die bei einem anderen "Verdächtigen" zweifellos auch zumindest unter dem Vorwurf der "fahrlässigen schweren Körperverletzung" geführt worden wären.

Angesichts hunderttausender durch von den USA geführte Kriege hervorgerufener Opfer scheint es allerdings nur konsequent, daß auch Cheneys ganz persönliche Unfähigkeit, darauf zu achten, wohin er seine Schrotladung abfeuert, nicht verfolgt wird.





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