www.freace.de
Impressum und Datenschutz

Nachrichten, die man nicht überall findet.





Das verschwiegene Vietnam

Immer stärkerer Widerstand im Irak

17.02.2006  






In einem am Freitag veröffentlichten Artikel zeigte die AsiaTimes einmal mehr, daß der Widerstand gegen die US-geführte Besatzung des Iraks im vergangenen Jahr beständig an Stärke zugenommen hat und läßt so auch die Wahrheit über die US-Verluste erahnen.

Nach Darstellung des Pentagons hat die "entscheidende Waffe des Irakkriegs", die zahllosen Bomben, mit denen Besatzer, aber auch "irakische Soldaten und Polizisten" angegriffen werden, bei US-Soldaten 51 Prozent der Todesfälle und 56 Prozent der Verletzungen durch Kampfhandlungen verursacht auch wenn die absoluten Zahlen des US-Verteidigungsministeriums drastisch geschönt werden, so mögen die genannten prozentualen Anteile doch durchaus zutreffen.

Im vergangenen Jahr kam es zu insgesamt 10.600 solchen Bombenangriffen, fast das doppelte des Jahres 2004. Offiziellen US-Angaben zufolge wurden in 2005 insgesamt dies schließt "Unfälle" ebenso ein wie "Waffenentladungen", die übliche "Umschreibung" für Selbsttötung 846 US-Soldaten im Irak getötet und 5.944 verletzt. Nur jede vierundzwanzigste Bombe führte also demnach rechnerisch nach Darstellung des US-Militärs zum Tod und etwas mehr als jede vierte zur Verwundung eines US-Soldaten. Es ist nur zu offensichtlich, daß dies keineswegs "die ganze Wahrheit" sein kann, auch wenn sich zahlreiche Angriffe gegen die als "Kollaborateure" angesehenen Mitglieder des letztlich den Besatzern unterstehenden "irakischen Militärs" und weiterer "irakischer Sicherheitsbehörden" richten.

Das Ausmaß des Problems für das US-Militär durch diese Bomben wird auch durch die Gelder deutlich, die bewilligt werden, um Wege zu finden, die Verluste durch sie zu minimieren. Wurden diese bereits im vergangenen Jahr 1,2 Milliarden US-Dollar verdoppelt, so wird für dieses Jahr eine erneute Verdreifachung auf 3,5 Milliarden US-Dollar angenommen.

Zwar wurden bereits zahlreiche Maßnahmen von verstärkter Panzerung der Fahrzeuge bis hin zu Störsendern, um den per Funk übertragenen Zündbefehl zu unterbinden, ergriffen, dies führte allerdings bisher nur zu Weiterentwicklungen seitens des irakischen Widerstands, also stärkeren Bomben und dem Einsatz von Hohlladungen ebenso wie dem Umstieg auf Zündmechanismen, die durch einen Infrarotlaser ausgelöst werden. Es ist also auch kaum anzunehmen, daß durch die bisherigen Maßnahmen die Zahl der Verluste gesenkt werden konnte oder daß dies in der Zukunft gelingen wird. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Studie des Brookings Institute, der zufolge die Zahl der Todesfälle pro Monat durch diese Bomben auch das ganze vergangene Jahr hindurch stetig angestiegen ist.

Die immense Zahl der Bombenangriffe wobei auch diese wiederum auf Zahlen des US-Militärs beruht und dementsprechend mit Skepsis zu betrachten ist legt die Vermutung nahe, daß sich das US-Militär im Irak schon weitaus weiter in einem neuen "Vietnam" befindet, als dies üblicherweise angenommen wird.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail