www.freace.de
Impressum und Datenschutz

Nachrichten, die man nicht überall findet.





Noch eine rote Linie

Chávez droht USA mit Ende der Öllieferungen

19.02.2006  






Einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters vom Samstag zufolge hat Hugo Chávez, der Präsident Venezuelas, den USA mit einer vollständigen Einstellung der Öllieferungen an das Land gedroht, sollten sie "die Linie überschreiten".

Bereits am Freitag hatte Reuters berichtet, daß US-Außenministerin Condoleezza Rice Chávez als "eines der größten Probleme in der Region" bezeichnet hatte und eine Strategie der "Impfung" ankündigte, bei der die USA versuchen wollen, Staaten Lateinamerikas und Europas zu einem verstärkten Druck an der Seite der USA auf Venezuela zu bewegen.

"Die US-Regierung sollte wissen, daß, wenn sie die Linie überqueren, sie kein venezolanisches Öl mehr haben werden", sagte Chávez. "Ich habe begonnen, dahingehende Maßnahmen zu ergreifen, ich werde aber nicht sagen, welche."

"Viele Länder" bäten Venezuela um eine Erhöhung der Liefermengen, was bisher aber nicht möglich sei, da Venezuela täglich etwa 1,5 Millionen Barrel Öl an die USA lieferten. Dies sind etwa 15 Prozent der gesamten Importe der USA.

Wäre es für Venezuela abgesehen von den politischen und möglicherweise militärischen Konsequenzen also gleichgültig, ob die Öllieferungen an die USA eingestellt - und vermutlich insbesondere nach China umgeleitet - würden, so hätte dies für die USA selbst zweifellos drastische Folgen. Zwar würden diese ihren Bedarf auf anderen Märkten, letztlich auch erneut mit den entsprechenden Folgen für die Ölpreise in Europa - decken, nicht nur aufgrund des sinkenden Angebots, sondern auch aufgrund des deutlich längeren Transportwegs würde dies die Preise in den USA auf - dort - bisher unbekannte Höhen treiben.

Dies würde einerseits der US-Konjunktur sicherlich einen nicht unerheblichen Dämpfer verpassen - dies zu einem Zeitpunkt, da die Kosten für die US-geführten Angriffskriege immer weiter steigen - andererseits aber auch eine äußerst gute Gelegenheit für die seit Jahren angedachten Pläne Venezuelas, den Ölhandel in Euro statt in US-Dollar abzuwickeln, bieten. Sollte Venezuela auch diesen Schritt vollziehen und so dem Beispiel Syriens folgen, so brächte dies den US-Dollar zunehmend unter Druck. Dies würde allerdings einen Angriff der USA - unter welchem Vorwand auch immer - immens vergrößern, so daß ein solcher Schritt keineswegs sicher erscheint.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

contact: EMail