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"Asbest tötet"

Weiterhin Gefahren durch Asbest

27.02.2006  






Anläßlich des heutigen "Action Mesothelioma Day" ("Mesotheliom-Aktionstag") hat der Spitzenverband der britischen Gewerkschaften ("Traders Union Congress", TUC) eine neue Aktion ins Leben gerufen, die die Menschen auf die weiterhin bestehenden Gefahren durch Asbest am Arbeitsplatz hinweisen soll. Im Rahmen der Aktion wurden eine Million "Asbest tötet"-Aufkleber und -Plakate an britische Unternehmen verschickt worden.

Mesotheliome, eine an sich äußerst seltene Tumorerkrankung des Brustfells, sind neben Lungenkrebs die häufigste, durch Kontakt mit Asbestfasern verursachte Krankheit mit Todesfolge. Der TUC weißt darauf hin, daß jährlich allein in Großbritannien etwa 4.000 Menschen an durch Kontakt mit Asbest ausgelösten Krankheiten sterben. Zwar ist die Verwendung von Asbest auch in Großbritannien schon seit Jahren größtenteils verboten und Arbeitgeber sind seit Mai 2004 gesetzlich verpflichtet, Informationen über Asbest in ihren Unternehmen zu sammeln und Angestellte über die Gefahren zu informieren, in vielen Fällen geschieht dies TUC zufolge allerdings nicht. „Angesichts der Tatsache, daß ein durchschnittlicher Arbeitsplatz nur alle 8 bis 20 Jahre Besuch von einem Sicherheitsinspektor erhält, können nachlässige Unternehmer sich sicher sein, daß es unwahrscheinlich ist, daß sie jemals gefunden werden“, so der TUC in einer Erklärung.

Im Verhältnis zu den schwerwiegenden Folgen für die Menschen sind auch die möglichen Strafen nach Ansicht des Gewerkschaftsverbandes "Peanuts". Anfang Februar war das US-amerikanische Unternehmen Omni-Pac zu einer Gesamtstrafe von 136.000 britischen Pfund (rund 200.000 Euro) verurteilt worden, weil die etwa 200 Arbeiter einer Fabrik in dem britischen Ort Great Yarmouth bis zu ihrer endgültigen Schließung im März 2004 Asbest ausgesetzt waren, obwohl ein leitender Betriebsingenieur bereits 1993 auf die Gefahr hingewiesen hatte. Zehn Jahre lang - bis zur Schließung durch die britische Gesundheitsbehörde im Oktober 2003 - waren die Arbeiter der Fabrik von der Firmenleitung also wissentlich den Asbestfasern ausgesetzt worden.

Da der Ausbruch einer von Asbest verursachten Erkrankung 25 Jahre und länger dauern kann, ist es bisher unmöglich abzuschätzen, wieviele dieser Arbeiter an den Folgen sterben werden.

"Alle Arten von Asbest sind gefährlich, gleichgültig, was manche Unternehmer sagen. Die von den tödlichen Fasern verursachten Tumore können sich über Jahre entwickeln, jemand, der heute Asbeststaub einatmet könnte also erst in 25 Jahren erkranken", so Brendan Barber, TUC-Generalsekretär.

Prognosen aufgrund der bisherigen Entwicklung der Krankheitsfälle vermuten, daß die Zahl der Todesfälle durch Asbest-Erkrankungen in Großbritannien in den nächsten 10 Jahren auf 10.000 pro Jahr steigen wird. Eine entsprechende Prognose für Deutschland hinsichtlich der Zahl der Erkrankungen an Mesotheliomen hatte auch Professor Dr. med. Hans-Joachim Woitowitz bereits im April 2004 im Hessischen Ärzteblatt veröffentlicht.

Gemäß der gesetzlichen Asbestrichtlinie ist zwar in Deutschland eine Sanierung von Asbest teilweise "unverzüglich erforderlich", selbst in solchen, unter die "Dringlichkeitsstufe I" fallenden Asbestverseuchungen kann diese "unverzüglich erforderliche" Sanierung um bis zu drei Jahre hinausgezögert werden, wenn entsprechende "vorläufige Maßnahmen", darunter die "Änderung der Raumnutzung, zum Beispiel Reduzierung der Nutzungsdauer", ergriffen werden. Die Tatsache, daß bereits das Einatmen einer einzigen Asbestfaser Auslöser einer späteren Krebserkrankung sein kann, zeigt, daß auch in Deutschland der Druck auf Unternehmen mehr als zurückhaltend ist und Angestellte auch hier weiterhin gefährdet sein können.



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