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Kriegsmüdigkeit

US-Soldaten für Ende des Irakkriegs

28.02.2006  






Die am Dienstag veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage unter US-Soldaten des Meinungsforschungsunternehmens Zogby zeigen nur zu deutlich, daß unter den US-Besatzern des Iraks Kriegsmüdigkeit um sich greift.

Demnach sprachen sich insgesamt 72 Prozent der 944 befragten US-Soldaten sprachen sich demnach für einen Abzug aus dem Irak noch in diesem Jahr aus. Über ein Viertel der Befragten waren sogar der Ansicht, daß die Besatzungstruppen das Land unverzüglich verlassen sollten. Nur 23 Prozent der Befragten sagten, die Soldaten sollten "solange, wie sie gebraucht werden" im Irak bleiben. Neben dem sicherlich hierbei hineinspielenden Selbsterhaltungstriebs - die Umfrage wurde bei derzeit im Irak stationierten Soldaten durchgeführt - zeigen diese Zahlen, daß die US-Soldaten zum überwiegendsten Teil nicht mehr an die "Mission" glauben.

Die Umfrageergebnisse zeigen aber auch, wie groß der Einfluß des Drills auf die Meinung der Soldaten ist.

Während 89 Prozent der Mitglieder der Reserve und 82 Prozent der Mitglieder der Nationalgarde - beides Angehörige von Truppenteilen, die vor ihrer Einziehung für den Einsatz im Irak eher als "Freizeitsoldaten" zu bezeichnen waren - sich für einen Abzug innerhalb eines Jahres aussprachen, während die Mitglieder der US-Marineinfanterie dies "nur" zu 58 Prozent glaubten. 75 Prozent der Mitglieder der Reserve und der Nationalgarde sprachen sich sogar für einen Abzug innerhalb von sechs Monaten aus, während dies nur 15 Prozent der Marineinfanteristen sagten. Demgegenüber zeigten sich auch 70 Prozent der Mitglieder des US-Heeres überzeugt, daß die Besatzer den Irak innerhalb eines Jahres verlassen sollten.

Eine bemerkenswerte Sichtweise zeigten die befragten Soldaten auch hinsichtlich ihrer Meinung zu US-Bürgern, die sich für einen unverzüglichen Abzug aus dem Irak aussprechen. 37 Prozent der Soldaten sagten, diese Mitbürger seien "unpatriotisch" und 15 Prozent sagten, sie seien der Ansicht, jene Menschen verstünden nicht, warum die US-Soldaten im Irak bleiben müßten. Nur 16 Prozent vermuteten, jene Kritiker würden den Einsatz des Militärs in einem "Präventivkrieg" ablehnen.

Noch weitaus deutlicher wird die Manipulation der Meinung der Soldaten allerdings angesichts ihrer geäußerten Ansichten über das Ziel des Irakkrieges. Zwar sagten 93 Prozent der Befragten, die Anwesenheit der US-Soldaten habe nichts mit der "Beseitigung von Massenvernichtungswaffen" zu tun, andererseits sagten aber 85 Prozent, Hauptaufgabe sei, "für Saddams Rolle in den Anschlägen vom 11. September zurückzuschlagen". 77 Prozent sagten außerdem, der Hauptgrund für den Krieg sei gewesen, "Saddams Schutz für Al-Qaida zu beenden". Bis zum heutigen Tag ist es den USA nicht gelungen, wie auch immer geartete Beweise oder auch nur Hinweise für eine Beteiligung des Iraks an den Anschlägen vom 11. September 2001 oder Verbindungen zu "Al-Qaida" vorzulegen.

Nur 11 Prozent glauben, daß der Grund für den Krieg in der Sicherung der irakischen Ölvorkommen für die USA liegt und 6 Prozent sehen ihn in der Errichtung langfristiger US-Militärbasen in der Region.

Auch das Rechtsverständnis der Soldaten scheint mehr als fragwürdig. Zwar sagten 80 Prozent der Befragten, sie würden den Einsatz von Waffen wie Napalm und Weißem Phosphor ablehnen, 20 Prozent der Soldaten lehnten dies demnach aber nicht ab. Gerade einmal 55 Prozent der Befragten sagten, die Anwendung "rauher oder bedrohender Methoden gegenüber Gefangenen zur Informationsgewinnung" - gemeinhin als Folter bezeichnet - sei nicht angemessen und gehöre nicht zur Standardvorgehensweise des Militärs. Fast die Hälfte der an der Umfrage teilnehmenden Soldaten wollten dies also nicht verneinen. Dies ist um so bemerkenswerter, als nur Soldaten und keine Mitglieder der CIA oder anderer Einheiten befragt wurden, unter denen die Zustimmung für die Anwendung von Folter zweifellos noch weitaus höher liegt.



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