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Zuviel bezahlt

Verdächtigungen in Zeiten der "Terrorangst"

02.03.2006  






Ein Artikel des "Scripps Howard News Service" vom Dienstag belegt einmal mehr, wie weit die Überwachung der Menschen in den USA unter dem Vorwand der "Terrorbekämpfung" bereits vorangeschritten ist. Eine eigentlich alltägliche Handlung machte einem pensionierten Lehrer klar, wie leicht man sich in den USA mittlerweile "verdächtig" machen kann.

Walter Soehnge und seine Ehefrau Deana stammen aus dem US-Bundesstaat Texas und kamen bei einer Reise nach Rhode Island und beschlossen, eine Zeitlang in den Ort Scituate zu bleiben. Nachdem die Soehnges feststellten, daß das Defizit auf ihrem Kreditkartenkonto massiv angestiegen war, sandten sie einen Scheck über 6.522 US-Dollar an das Kreditkartenunternehmen. Angesichts der zunehmenden Verschuldung der Privathaushalte in den USA mag ein solches Verhalten zwar statistisch ungewöhnlich erscheinen, ist aber angesichts der bei Kreditkarten üblichen Zinsen zweifellos eine vernünftige Entscheidung.

Eine derart vernünftige Entscheidung gepaart mit den dafür notwendigen finanziellen Mitteln ist aber offenbar mittlerweile so selten, daß allein diese Zahlung mehrere Alarmglocken schrillen ließ. Als sie ihr Kreditkartenkonto online überprüften, stellten sie fest, daß der Scheck zwar angekommen, ihrem Konto aber nicht gutgeschrieben worden war. Nach mehreren Anrufen erfuhren sie, daß die von ihnen eingezahlte Summe weitaus höher als der von ihnen üblicherweise pro Monat gezahlte Betrag war. Wenn es hier zu einem bestimmten prozentualen Anstieg kommt, so muß die "Heimatschutz-Behörde" benachrichtigt werden. Solange dieses keine Entscheidung getroffen hat, wird das Geld weder verbucht noch zurücküberwiesen.

Letztlich gab die "Heimatschutz-Behörde" das Geld frei, nachdem diese anscheinend zu dem Schluß gekommen war, daß die Tilgung der Schulden der Soehnges nicht im Zusammenhang mit unerwünschten "terroristischen" Aktivitäten stand.

Nichtsdestotrotz hat die Angelegenheit Walter Soehnge nach eigener Aussage "wütender als einen Panther mit Kerosin auf seinem Schwanz" gemacht. "Wir sind ein Produkt der 60er", so Soehnge. "Wir glauben, daß die Regierung sich in der Hinsicht von uns fernhalten sollte."

"Wenn es mir passieren kann, kann es auch anderen passieren", sagte er.





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