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Von sich waschenden Händen

US-Abgeordneter gegen billiges Öl

04.03.2006  






Im November des vergangenen Jahres hat Venezuela begonnen, an zehntausende bedürftige US-Haushalte verbilligtes Öl zu liefern. Es hat nur drei Monate gedauert, bis ein der Ölindustrie "nahestehender" US-Abgeordneter begann, hiergegen vorzugehen.

Citizen Energy (CITGO), ein Tochterunternehmen des staatlichen Ölunternehmens Venezuelas, hat seitdem Haushalte in den US-Bundesstaaten Massachusetts, Delaware, Pennsylvania, Vermont, Maine und Rhode Island gegenüber den marktüblichen Preisen um bis zu 60 Prozent verbilligt mit Öl beliefert. Auf den gesamten US-Markt betrachtet ist die Zahl der so unterstützten Haushalte zwar verschwindend gering, gerade angesichts der Milliardengewinne der großen Ölkonzerne im vergangenen Jahr aufgrund der massiv gestiegenen Ölpreise setzt dieses Vorgehen Venezuelas allerdings ein Zeichen, das kaum dazu geeignet ist, die Beliebtheit anderer Ölkonzerne zu steigern.

Daß es diesen Ölkonzernen ein Dorn im Auge ist, derart vorgeführt zu werden, ist offensichtlich. Daß sie dies lieber heute als morgen verbieten lassen würden, kann ebenfalls mit Sicherheit angenommen werden.

Mitte Februar nun hat Joe Barton, der Vorsitzende des "Energie- und Handelskomitees" des US-Repräsentantenhauses eine Untersuchung gegen CITGO eingeleitet. In einem Brief an das Unternehmen forderte er die Herausgabe aller in CITGOs Besitz, Verwaltung oder Kontrolle befindlichen Unterlagen, die mit dem Rabattprogramm in Verbindung stehen. In einer Reihe zu beantwortender Fragen wollte er außerdem unter anderem wissen "wie und warum die einzelnen Nutznießer des Programms ausgewählt wurden" - dies richtete sich einfach nach der Tatsache, daß sie Empfänger der staatlichen Heizölunterstützung sind - und ob das Programm "jeglichen Kartellgesetzen zuwiderläuft".

"Die streitlustigen Venezolaner haben sich entschieden, sich in amerikanische Energiepolitik einzumischen und wir glauben, es könnte aufschlußreich sein zu wissen, wie", so Larry Neal, stellvertretender Stabsleiter des "Energie- und Handelskomitees".

Es fällt schwer, es als bloßen Zufall abzutun, daß sich nicht nur zahlreiche Öl- und Energiekonzerne unter den Spendern für Bartons letzten Wahlkampf befanden, sondern auch mit 55.000 US-Dollar die mit Abstand größte Spendensumme von einem weiteren Ölkonzern, Anadarko Petroleum, stammte.





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