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Schwere Verluste

Wahrheits-Bruchstücke im Irak

05.03.2006  






Einem in der Märzausgabe des "National Defense Magazine" erschienenen Bericht zufolge hat das US-Militär im vergangenen Jahr mindestens 100 Hubschrauber verloren.

Das "National Defense Magazine" wird von der "National Defense Industrial Association" (NDIA), einer Vereinigung von fast 1.000 Unternehmen, die das US-Verteidigungsministerium beliefern, darunter beispielsweise Northrop Grumman, General Dynamics, Lockheed Martin, Boeing und Raytheon, veröffentlicht, dort genannte Zahlen können also zweifellos als verläßlich angesehen werden.

Am 16. Februar hatte US-Präsident George W. Bush den US-Kongreß um weietere 72,4 Milliarden US-Dollar für den Verteidigungshaushalt des Finanzjahres 2006 gebeten. Darin enthalten waren 8,3 Milliarden US-Dollar für die "Aufarbeitung oder Ersetzung von abgenutzter oder durch Benutzung beschädigter Ausrüstung“ während der Kriege gegen Afghanistan und den Irak. Dem Artikel des "National Defense Magazine" zufolge enthält dieser Nachtragshaushalt auch die Kosten für den Ersatz von "mindestens 100 Hubschraubern, die im vergangenen Jahr durch Abstürze, feindlichen Beschuß und Unfällen während der Ausbildung" zerstört wurden. "Inoffiziellen Aussagen" nach werden derzeit im Irak über 400 Hubschrauber eingesetzt.

Auch wenn einige der Maschinen sicherlich bei Einsatz in Afghanistan zerstört wurden, so ereignete sich der überwiegende Teil der Verluste doch zweifellos im Irak. Demnach wurde etwa ein Fünftel der im Irak eingesetzten Hubschrauber im vergangenen Jahr zerstört. Zwar mag es auch zu Unfällen infolge von Wartungsfehlern oder aufgrund der schwierigen Umweltbedingungen kommen, es ist aber anzunehmen, daß der überwiegende Teil dieser Verluste in Wahrheit durch Angriffe des irakischen Widerstands verursacht wurde. Dies wird auch durch in dem Artikel gemachte Äußerungen von US-Offizieren gestützt.

Während des Vietnamkriegs wurden Piloten in der Ausbildung verschiedene Strategien beigebracht, um Beschuß vom Boden zu entgehen. Nach Ende des Vietnamkriegs geriet dies in Vergessenheit und der Schwerpunkt wurde auf eine "schwebende" Taktik gelegt. Im Irak habe sich gezeigt, daß diese Taktik in jenem Umfeld nicht funktioniere, sagte US-Brigadegeneral Stephen D. Mundt.

Das US-Heer hat als Gegenmaßnahme zu den zahllosen Bombenangriffen seine Fahrzeuge mit zusätzlicher Panzerung ausgestattet - auch wenn dies die Verluste nicht reduzieren konnte, da der irakische Widerstand hierauf mit stärkeren und technisch fortgeschritteneren Bomben reagiert hat. "Man kann die Panzerung eines Hubschraubers nicht verstärken", sagte der pensionierte Generalmajor Lou Hennies. Das zusätzliche Gewicht würde die Maschine am Abheben hindern oder zumindest die Manövrierfähigkeit und Reichweite stark einschränken.

"Umso länger wir in dem Konflikt bleiben, desto größer ist die Fähigkeit der Rebellen, unseren Gegenmaßnahmen mit ihrer Technologie zu begegnen", so der pensionierte Oberstabsfeldwebel Steve Greer.

Die bloße Zahl der zerstörten Hubschrauber zeigt aber auch ein weiteres Mal, daß die offiziellen Verlustmeldungen des US-Militärs nur einen Teil der Wirklichkeit wiedergeben.





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