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Terroristenlager?

Mordkommandos in US-Botschaften

09.03.2006  






Zwar ist es keineswegs eine neue Erkenntnis, daß - auch - US-Botschaften als Stützpunkte von Agenten der Geheimdienste benutzten werden, einem Bericht der New York Times vom Dienstag zufolge dienen US-Botschaften in zahlreichen Ländern aber auch als Basis für Agenten des US-Militärs, die vermeintliche oder tatsächliche "Terroristen stören, gefangennehmen oder töten" sollen.

Die Mitglieder von Eliteeinheiten wie den Green Berets und den Navy Seals, aber auch Mitglieder der US-Marines und nicht näher genannten Spezialeinheiten der US-Luftwaffe, teilweise nur ein oder zwei Soldaten pro Land, sind demnach bereits in über einem Dutzend Länder im Einsatz. Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um Länder, in denen die USA eine starke Präsenz hat - insbesondere Länder, die derzeit von den USA besetzt gehalten werden - sondern vielmehr um "über ein Dutzend Botschaften in Afrika, Südostasien und Südamerika".

Allein die Tatsache, daß vielfach nur ein oder zwei Agenten in ein ganzes Land entsandt werden, zeigt nur zu deutlich, daß ihre wahre Mission kaum die "Gewinnung von Informationen" ist - zumindest wenn man nicht die diversen "James Bond"-Filme mit der Wirklichkeit verwechselt. Während ein oder zwei in militärischen Spezialeinheiten ausgebildete Soldaten sciherlich wenig geeignet sind, grundlegende und entscheidende "Informationen" zu sammeln, sind derart kleine Einsatzgruppen umso besser geeignet, wenn es um die Ermordung von vermeintlichen oder auch tatsächlichen Gegnern geht.

Daß der US-Geheimdienst CIA die seinerseits kritisiert, kann kaum verwundern, da hier letztlich das US-Verteidigungsministerium in die bisherige Domäne der CIA der ebenso gezielten wie geheimen Morde eindringt. Tatsächlich stellt dies aber eine deutliche Verschärfung des Vorgehens dar. Bekämpften sich bisher „nur“ die Geheimdienste der unterschiedlichen Länder, greift nun das US-Militär unter Führung des US-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld direkt in die Konflikte ein.

Da nun zahlreiche US-Botschaften - deren Zahl zweifellos in Zukunft weiter steigen wird und auch jetzt schon noch deutlich höher liegen dürfte - als Operationsbasis für Auftragsmörder des US-Verteidigungsministeriums dienen, fällt es sicherlich schwer, diese nicht als Terroristenlager zu bezeichnen.





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