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Die US-Regierung und der Klimawandel

20.03.2006  






Ein Bericht der Sendung "60 Minutes" des US-Senders CBS vom Sonntag zeigt erneut, daß die US-Regierung aktiv wissenschaftliche Belege für den durch Menschen verursachten Klimawandel und die daraus resultierenden dringenden Maßnahmen unterdrückt.

James Hansen, Leiter des "Goddard Institute for Space Studies" der NASA, ist nach Aussage des Leiters der "National Academy of Sciences", Ralph Cicerone, der führende Klimaforscher in den USA. "Ich kenne keinen, von dem ich sagen würde, daß er besser ist als Hansen. Man könnte diskutieren, daß es zwei oder drei andere gibt, die benso gut sind, aber keiner ist besser", so Cicerone.

Genau dieser so hochgelobte US-Forscher ließ in der CBS-Sendung nicht nur keinen Zweifel an den dramatischen, durch den Menschen verursachten Klimaänderungen, die seitens der US-Regierung immer wieder relativiert oder sogar verneint werden, er warf eben der US-Regierung auch vor, ganz gezielt Wissenschaftler daran zu hindern, die Öffentlichkeit über diese Folgen zu informieren.

Hansen sagte in dem Gespräch mit CBS, daß seiner Ansicht nach nur noch 10 Jahre verbleiben, um den Ausstoß von Treibhausgasen, allen voran Kohlenstoffdioxid, zu verringern, da andernfalls die globale Erwärmung einen Punkt überschreite, nach dem sie nicht mehr aufzuhalten sei. Das Weiße Haus in Washington hindere ihn direkt daran, diese Information zu verbreiten.

"In meinen über drei Jahrzehnten in der Regierung habe ich niemals solche Beschränkungen der Fähigkeit von Wissenschaftlern, mit der Öffentlichkeit zu kommunizieren, beobachtet", so Hansen.

Nachdem er vor eineinhalb Jahren an der Universität von Iowa sagte "Ich sehe eine Bereitschaft, nur auf jene Teile der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu hören, die zu vorgegebenen unbeweglichen Positionen passen. Dies ist meiner Ansicht nach ein Rezept für eine Umweltkatastrophe", hat die US-Behörde NASA eine genaues Auge auf Hansen. Daß Interview mit CBS kam nur unter der Bedingung zustande, daß ein Mitarbeiter der NASA ebenfalls anwesend war und das gesamte Gespräch auf Tonband aufzeichnete. Andere Interviews wurden von vorhinein abgelehnt.

"Ich lehne die Tatsache ab, daß ich nicht in der Lage bin, frei über die Medien zu kommunizieren", so Hansen. "National Public Radio wollte ein Interview mit mir durchführen und man sagte ihnen, daß sie das Interview mit jemandem in der NASA-Zentrale führen müßten und die Erläuterung war, daß sie nicht wollten, daß Jim Hansen in dem liberalsten Medium in Amerika uaf Sendung geht. Ich glaube nicht, daß eine solche Entscheidung auf einer solchen Grundlage getroffen werden sollte. Ich glaube, wir sollten in der Lage sein, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu vermitteln."

Rick Piltz hat unter den Regierungen der US-Präsidenten William "Bill" Clinton und George W. Bush an Berichten des US-Forschungsprogramms für Klimawandel mitgearbeitet. Diese Berichte wurden seitens des Weißen Hauses massiv dahingehend bearbeitet, daß die ursprünglichen Aussagen deutlich abgeschwächt wurden. "Die Strategie dieser Leute mit politischen Vorstellungen zur Vermeidung dieses Themas ist, daß es noch so viel zu erforschen gibt, daß wir noch nicht einmal über Auswirkungen und Gegenstrategien sprechen können", so Piltz. "Es gibt zu viel Ungewißheit. Es sind nicht die Klimaforscher, die das sagen, es sind Anwälte und Politiker."

"Sie kommen mit einer großen Zahl von Änderungen zurück, handgeschrieben auf auf Ausdruck von dem Stabschef des Rats für Umweltqualität" Phil Cooney, so Piltz weiter.

Dabei ist Cooney Piltz zufolge kein Wissenschaftler. "Er ist ein Anwalt. Er war Lobbyist für das 'American Petroleum Institute' bevor er zum Weißen Haus kam." Cooney bearbeitete demnach die von Piltz mitverfaßten Berichte. "Er unterwarf sie offensichtlich politischen Überlegungen", sagte Piltz. "Er fügte das Wort möglicherweise oder vielleicht ein oder schwächte Text ab, der mit den wahrscheinlichen folgen des Klimawandels zu tun hatte oder entfernte ihn und schob überall Formulierungen der Ungewißheit hinein."

Piltz kündigte schließlich, da nach eigener Aussage kein Platz für Widerspruch vorhanden war. "Selbst das Zursprachebringen von Dingen schadet unverzüglich der Karriere", sagte er. "Deshalb gibt es nicht viele Leute in den Bundesbehörden, die offen über das sprechen, was sie wissen, solange sie nicht pensioniert sind oder bereit sind zu kündigen."

Hansen berichtete, daß er einmal innerhalb eines Vortrags von einem hochrangigen Vorgesetzten korrigiert wurde, weil er das Wort "Gefahr" benutzt hatte.

"Ich glaube, wir wissen wesentlich mehr über die kritischen Punkte", sagte Hansen gegenüber CBS. "Ich glaube wir kennen die Gefahren eines auch nur mittleren Anstiegs der weltweiten Temperatur, der möglichen Gefahren in der Arktis, der möglichen Gefahren für die Eisschichten."

Auf die Nachfrage, daß er hier erneut das "verbotene" Wort "Gefahr" verwendet hatte, sagte er: "Ja, es ist eine Gefahr."



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