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Auftrag erfüllt

Propaganda für US-Militär kein Problem

24.03.2006  






Einem Bericht der New York Times vom Mittwoch zufolge hat eine "Untersuchung" des US-Militärs kaum überraschend ergeben, daß die - wiederum vom US-Militär beauftragte - Verbreitung von Propaganda in irakischen Medien durch ein Unternehmen nicht zu beanstanden ist.

Die Lincoln Group hat vom US-Militär Verträge im Gesamtumfang von mindestens 25 Millionen US-Dollar erhalten. Dieses Unternehmen sagte Dokumenten des Pentagons zufolge selbst, über 1.000 Artikel in irakischen und anderen arabischen Zeitungen plaziert zu haben. Diese sollten die Besatzung und die USA in ein positives Licht rücken. Dabei wurde ausdrücklich in den Zeitungen nicht die Quelle der Artikel genannt, so daß es für die Leser aussah, als handelte es sich um reguläre Artikel. Tatsächlich bezahlte die Lincoln Group allerdings für den Druck der Artikel, die häufig von Sonderkommandos des US-Militärs verfaßt werden. Bis zum Jahr 2010 sollen im Rahmen bereits an drei Unternehmen vergebener Verträge insgesamt 100 Millionen US-Dollar für diese und andere Arten der Verbreitung von Propagandameldungen ausgegeben werden.

Das Ergebnis der "Untersuchung" - immerhin wurde sie von einer zumindest möglicherweise mitschuldigen Partei durchgeführt - wurde bisher nicht offiziell vorgelegt, sondern der New York Times von nichtgenannten Mitgliedern des US-Militärs vorab mitgeteilt, da sie nicht der Erlaubnis hätten, offizielle Erklärungen gegenüber den Medien abzugeben.

Beamte des Pentagons und des US-Militärs im Irak betonten, daß der mit der Lincoln Group abgeschlossene Vertrag uneingeschränkt Bestand habe. Die Arbeit des Unternehmens solle Befehlshabern im Irak zufolge fortgesetzt werden, bis dem widersprechende neue Richtlinien im Irak oder durch das Pentagon herausgegeben würden.

Auch wenn das Ergebnis dieser "Untersuchung" letztlich kaum überraschen kann, so ist doch bemerkenswert, daß dieses Thema der US-Regierung offenbar derart wichtig ist, daß auch nicht ein einzelnes Unternehmen oder einige Einzelpersonen als Einzeltäter "geopfert" wurden, wie dies auch bei den Folterungen von Gefangenen geschehen ist. Obwohl nach Bekanntwerden der Praxis dieser Propagandaverbreitung die Empörung unüberhörbar geworden war, wird diese Beeinflussung der öffentlichen Meinung anscheinend als derart wichtig erachtet, daß sie um jeden Pres fortgeführt werden muß.



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