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Bringt Frieden Unfrieden?

Keine Meinungsfreiheit an US-Schule

25.03.2006  






Einem Bericht des South Whidbey Record vom Samstag zufolge wurde es Schülern der South Whidbey High School seitens der Schulleitung verboten, bei einer Protestaktion T-Shirts zu tragen, auf denen neben den Namen im Irak getöteter US-Soldaten auch Friedenssymbole aufgedruckt waren.

Der kürzlich an der Schule gegründete "Club der jungen Demokraten" hatte eine Protestaktion gegen den Irakkrieg organisiert und dafür die Genehmigung der Schulleitung eingeholt, dabei T-Shirts mit Namen getöteter US-Soldaten zu tragen. Beim Entwurf der T-Shirts wurden dann Friedenssymbole, Dollar-Zeichen und Sprüche wie „Wieviele noch?“ hinzugefügt. Das Tragen dieser T-Shirts wurde ihnen dann untersagt, was letztlich dazu führte, daß die Symbole und Sprüche mit blauem Klebeband überklebt wurden.

"Wir wollen politische Erklärungen vermeiden, die Unruhe und Unbehagen verursachen können. Einige Schüler könnten mit der Botschaft nicht einverstanden sein", sagte Mike Johnson, Rektor der Schule. "Ein Friedenszeichen allein ist nicht der Punkt", so Johnson. "Ein Friedenszeichen mit der Liste von Soldaten, die im Irakkrieg gestorben sind, ist der Punkt."

"Die Verbindung könnte möglicherweise eine Verstörung verursachen", sagte er. "Ich habe die Verantwortung, die breite Masse zu schützen."

Nicht nur, daß hier also das in den USA vorgeblich unbeschränkte Recht auf freie Meinungsäußerung massiv beschnitten wurde - noch dazu gegenüber einem "Club junger Demokraten" - dies wurde außerdem damit begründet, daß das Tragen von Friedenssymbolen bei einer Protestaktion gegen Krieg Unfrieden verursachen könnte.

Die US-Bürgerrechtsbewegung "American Civil Liberties Union" (ACLU) kritisierte denn auch das Vorgehen der Schule. "Die Entscheidung kann nicht aufgrund von Spekulationen fallen", sagte Paul Honig, ein Sprecher der Organisation. "Gerichte haben wiederholt entschieden, daß Schulverwaltungen nicht spekulieren können, daß ein Vorgang störend sein könnte. Sie müssen beweisen, daß was die Schüler tun, tatsächlich den Bildungsprozeß behindert." Unterschiedliche politische Ansichten seien nicht ausreichend, um politische Erklärungen zu verhindern, so Honig weiter. Er verwies als Beispiel auf zwei solche Fälle. Im vergangenen Jahr hatte ein Schüler gerichtlich das Recht erstritten, ein T-Shirt mit einem Bild des US-Präsidenten George W. Bush und der Bildunterschrift "Internationaler Terrorist" zu tragen. Bereits 1969 wurde der Klage dreier Schüler stattgegeben, die durch das Tragen schwarzer Armbinden gegen den Vietnamkrieg protestieren wollten.

Bill Harper, der "Präsident" des Clubs, zeigte in einer Erklärung allerdings, wie sehr er den "demokratischen" Stil der US-Politik bereits verinnerlicht hat. Schon die Tatsache, daß er im Vorwege der Protestaktion die Erlaubnis der Schulverwaltung zum Tragen der T-Shirts einholte, ist sicherlich fragwürdig. Seine Reaktion auf das Verbot hingegen belegt, daß er sehr wohl erkennt, wer ihm zu seinem "Posten" verholfen hat und hier entsprechend loyal reagiert.

"Natürlich war ich enttäuscht zu hören, daß wir die Friedens- und Antikriegs-Symbole nicht verwenden konnten, aber ich entschied mich, wegen all der Unterstützung, die wir bei der Bildung dieser Organisation von der Verwaltung erhalten haben, nicht dagegen anzukämpfen", so Harper.





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