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"Erst schießen, dann fragen"

Noch ein US-Refusenik in Kanada

02.04.2006  






Ein Artikel der britischen BBC vom Freitag berichtete über Joshua Key, einen weiteren US-"Refusenik", der aufgrund seiner Erfahrungen mit dem US-Militär im Irak nach Kanada geflohen ist, um sich nicht weiterhin an den Kriegsverbrechen im Irak beteiligen zu müssen.

Key wurde am 1. April 2003 mit seiner Einheit in den Irak entsandt. Was er dort erlebte, führte dazu, daß er bei einem Heimaturlaub im November des gleichen Jahres Stellen innerhalb des Militärs fragte, ob es Möglichkeiten gebe, daß er nicht in den Irak zurückkehren müsse. Man sagte ihm, er könne nur wieder in den Irak zurück oder ins Gefängnis gehen. Die Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung wurde ihm eigener Aussage nach nicht genannt.

Daraufhin entschloß er sich zu "desertieren" - er benutzt selbst dieses Wort - und flüchtete mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in die Stadt Philadelphia. "Bevor ich in den Irak ging, brachte man mir bei, wie man Terroristen entkommt. Man lernt nur dorthin zu gehen, wo es bereits Verbrechen gibt. Man geht irgendwo hin, wo sich niemand um einen Deserteur kümmert, wenn jede Nacht jemand ermordet wird. Ich ging nach Philadelphia", so Key. 14 Monate später - Key hatte, um Arbeit zu bekommen, seine Sozialversicherungs- und seine Führerscheinnummer angeben müssen - war es Zeit für die Steuererklärung, was Key und seine Frau Brandi in Panik versetzte, da sie befürchteten, von den Behörden gefunden zu werden. Daher flohen sie im März 2005 nach Kanada, wo er auf Anraten seines Anwalts Asyl beantragte.

"Die Greueltaten, die den unschuldigen Menschen des Iraks geschahen. Ich wollte nicht länger ein Teil davon sein. Ich kam nach Hause und desertierte", sagte er.

Der Sprengstoffexperte Key erinnerte sich beispielsweise an einen Vorfall, bei dem er zwei US-Soldaten sah, die mit dem abgetrennten Kopf eines Irakers Fußball spielten. In einem anderen Fall habe er gesehen, wie ein Truppführer des US-Heeres einem unbewaffneten Iraker einen Fuß abgeschossen hat. Die Grundeinstellung sei gewesen, "einfach zu schießen und später Fragen zu stellen", so Key.

Derzeit wird sein Asylantrag von der kanadischen Asylbehörde bearbeitet. Den Klagen zwei weiterer US-Refuseniks, Jeremy Hinzman und Brandon Hughey, gegen einen ablehnenden Bescheid der Asylbehörde ist am Freitag nicht stattgegeben worden. Richterin Anne Mactavish sagte in der Urteilsbegründung, die Strafverfolgung in den USA sei keine Verfolgung. "Tatsache ist, daß Staaten, einschließlich Kanada, ihre Bürger bestrafen können und dies tun, wenn sie aufgrund ihrer moralischen, politischen oder religiösen Ansichten" Gesetze brächen, so die Richterin. Der Anwalt der beiden Männer hatte schon zuvor angekündigt, notfalls bis zum Obersten Gerichtshof Kanadas zu gehen, sollte ihre Klage abgewiesen werden.



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