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Zermürbende "Untersuchung"

Kein Interesse an Aufklärung des Todes von James Miller

03.04.2006  






Es liegt mittlerweile fast drei Jahre zurück, daß der damals 34 Jahre alte britische Kameramann James Miller von einem israelischen Soldaten im Flüchtlingslager Rafah im Gaza-Streifen erschossen worden ist. Er wollte dort einen Bericht über die Kinder in dem Flüchtlingslager drehen.

Am 2. Mai 2003 befand er sich mit der Produzentin Saira Shah und weiteren Crewmitgliedern der Produktionsfirma Frostbite in einem Haus in dem Flüchtlingslager, von dem aus sie israelische Soldaten filmen wollten, die im Begriff waren, ein nahestehendes Haus zu zerstören. Nach kurzer Diskussion entschlossen sich Miller, Shah und der Übersetzer Abd al-Rahman Abd Allah, direkt auf die Soldaten zuzugehen, um nicht "versehentlich" für Angreifer gehalten zu werden. Miller trug einen Helm, auf dem in leuchtend gelber Schrift "TV" stand, wie auch auf Shahs kugelsicherer Weste. Der Übersetzer trug eine weiße Fahne, die wiederum von Miller mit einer Fackel beleuchtet wurde. Außerdem riefen sie den Soldaten während sie auf sie zugingen zu, daß sie ausländische Journalisten seien.

Trotzdem eröffnete ein israelischer Soldat das Feuer auf die Gruppe und traf Miller. Als Miller schließlich eine halbe Stunde später von einem Krankenwagen - den die Soldaten anfangs nicht passieren ließen - in ein Krankenhaus gebracht wurde, war er tot.

Eine israelische "Untersuchung" seines Todes hatte einen Soldaten im April des vergangenen Jahres von jeglicher Schuld freigesprochen.

Wie die britische BBC am Montag berichtete, kritisierte Millers Witwe Sophy die israelische "Untersuchung" von dem britischen Untersuchungsgericht St. Pancras scharf.

"Das schlimmste ist, daß uns [der Familie] von den israelischen Behörden und unserer Regierung versichert worden war, daß dies vollständig und uneingeschränkt untersucht werden würde", sagte sie. "Und doch war es die Familie, die die ganze Zeit über Beweise erbringen, untersuchen und nachweisen mußten, um zu jeglicher Form von Gerechtigkeit zu gelangen und bis zum heutigen Tag gab es keine. Es wäre für sie [die israelischen Behörden] weitaus einfacher gewesen, wenn es uns zu schwergefallen wäre und sie haben den Eindruck erweckt, daß sie versuchten, uns zu zermürben, so daß wir nicht mehr weitermachen konnten."

Schon kurz nach den tödlichen Schüssen hatte das israelische Militär behauptet, die Journalisten seien ins Kreuzfeuer eines Gefechts geraten. "Wir wissen durch Berichte des Militärs, daß es kein Gefecht gab", so Sophy Miller. Dies wurde auch schon vor drei Jahren von dem Übersetzer Abd Allah und Tamer Zeyara, einem AP-Kameramann, der ebenfalls Augenzeuge der Schüsse war, bestritten. Zeyara berichtete damals außerdem, er habe auch schon zuvor an jenem Tag gesehen, wie israelische Soldaten ausländische Friedensaktivisten beschossen.

"Sie sagten, er sei von hinten erschossen worden und daß es ein Palästinenser war - es war bei der Autopsie völlig klar, daß er durch den Hals erschossen worden war", so Millers Witwe weiter.

Der israelische Leutnant Haib, der ihrer Sophy Miller zufolge insgesamt sechs verschiedene Aussagen zu dem Vorfall gemacht hat, sollte selbst auf Anraten des israelischen Wehrdisziplinaranwalts wegen Verletzung der Verhaltensregeln für militärische Kräfte, rechtswidrigem Waffeneinsatz und Verfehlungen während der "Untersuchung" bestraft werden, wurde aber von Brigadegeneral Guy Tzur freigesprochen.



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