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Machtdemonstration

Neue israelische Angriffe

04.04.2006  






Wie AP am Dienstag berichtete, wurden ein leerstehendes Gebäude der palästinensischen Polizei durch einen israelischen Raketenangriff zerstört. Bei einem Artillerieangriff wurden mehrere Palästinenser, darunter eine Mutter mit ihrem sechs Monate altem Baby, verletzt und einer getötet.

Israelische Kampfflugzeuge feuerten am Dienstag drei Raketen auf das nur rund 30 Meter neben dem Büro des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas in Gaza gelegenen Gebäudekomplex Ansar 2 ab. Ansar 2, früher vorrangig als Lager der palästinensischen Sicherheitsbehörden genutzt, war infolge mehrerer Angriffe des israelischen Militärs, der letzte im Jahr 2004, verlassen worden. Da das Gebäude schon seit längerer Zeit nicht mehr genutzt wurde und auch Israel bisher keinen Grund für den Angriff genannt hat, ist anzunehmen, daß es sich hier um eine Machtdemonstration gehandelt hat. Einerseits erfolgte der Angriff kurz nachdem die beiden israelischen Parteien Kadima und die Arbeitspartei eine Koalition angekündigt haben, andererseits hatte sich kurz zuvor der chinesische Abgesandte Yang Wei Guo mit dem neuen palästinensischen Außenminister Mahmoud Zahar getroffen und so ein deutliches Zeichen gegen den von Israel angestrebten verstärkten Druck auf das nun von der Hamas regierte Palästina gesetzt. Zahar hat bereits einen Gegenbesuch in China im nächsten Monat angekündigt. "Die Chinesen haben uns gesagt, daß sie jederzeit bereit sind, eine palästinensische Delegation zu empfangen", so Zahar.

Abbas, der sich zum Zeitpunkt des Angriffs in seinem Hauptsitz in der West Bank aufhielt, verurteilte den Angriff scharf. Er forderte ein internationales Eingreifen, um die "Zerstörung um der Zerstörung willen" durch Israel zu beenden. Er habe Kontakt mit "den Vereinten Nationen, Rußland, der EU und arabischen Staaten aufgenommen und ihnen gesagt, daß diese Handlungen das tägliche Leben beeinträchtigen und unseren menschlichen und sozialen Status beeinflussen."

Ebenfalls am Dienstag feuerten israelische Panzer Granaten auf den Norden des Gaza-Streifens ab. Das israelische Militär behauptete anschließend, der Angriff sei auf ein leeres Feld erfolgt und habe nur dazu dienen sollen, Milizionäre am Abfeuern von Qassam-Raketen auf Israel zu hindern. Zuvor waren bereits einige Qassam-Raketen auf Israel abgefeuert worden, die allerdings keinerlei Opfer forderten. Die Tatsache, daß bei dem Angriff sieben Menschen verletzt und einer getötet wurde, zeigt, daß das Feld keineswegs wie von Israel behauptet, „leer“ war. Da zu den Opfern auch mindestens eine Frau und ihr Baby gehören, kann auch mit größter Sicherheit angenommen werden, daß es sich auch nicht um Angreifer handelte. Vielmehr ist zu vermuten, daß die Menschen auf dem Feld gearbeitet haben. Es scheint wenig wahrscheinlich, daß die israelische Armee trotz der von ihr eingesetzten Technologie eine derart große Zahl von Menschen "übersehen" hat.



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