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Hunger

Irak in Zeiten des befreiten Kapitalismus

07.04.2006  






Ein Artikel des Sacramento Bee vom Freitag zeigt ein weiteres Mal die Folgen der "Befreiung" für die irakische Bevölkerung auf. Demnach hat die von den USA nicht nur gestützte, sondern auch gesteuerte "irakische Regierung" nun beschlossen, das bisherige Lebensmittelhilfeprogramm drastisch einzuschränken.

Dies soll offiziellen Verlautbarungen zufolge dazu dienen, eine "freie Wirtschaft" in dem Land zu etablieren. Daher sollen die Aufwendungen für das Programm, daß unter der Regierung des durch den US-geführten völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein als Reaktion auf die Folgen der wiederum von den USA initiierten Sanktionen gegen den Irak eingeführt worden war, von bisher umgerechnet 4 auf nun 3 Milliarden US-Dollar gekürzt werden. Das bedeutet, das beispielsweise Güter wie Salz, Seife und Bohnen der Bevölkerung nicht weiter zur Verfügung gestellt werden. Der Sprecher des "irakischen Wirtschaftsministeriums" Faraj Dud rechtfertigte dies mit der Behauptung, daß "viele" dieser Waren nun auf dem freien Markt in reichhaltiger Menge verfügbar wären und daher nicht mehr von der Regierung bereitgestellt werden müßten. Während eine UN-Studie aus dem Jahr 2004 - die Lage im Irak hat sich seit dem kaum verbessert - zu dem Schluß kam, daß ein Viertel der irakischen Bevölkerung auf diese Rationen angewiesen war, sagte Dud, sein Ministerium sei zu dem Schluß gekommen, daß "die meisten" Familien von dieser Maßnahme nicht getroffen würden.

Selbst das "irakische Ministerium für Arbeit und Soziales" berichtete im Januar allerdings, daß über 2 Millionen irakische Familien - bei einer Gesamtbevölkerung von rund 27 Millionen Menschen - unterhalb der Armutsgrenze leben und daß der Grad der Armut im Irak seit Beginn des US-geführten Angriffskrieges vor drei Jahren um 30 Prozent gestiegen ist. Allein in der Zeit von Dezember des vergangenen Jahres bis zum Januar dieses Jahres stiegen die Preise für Lebensmittel demnach um 26 Prozent.

Zwar ist die Beendigung des Lebensmittelhilfeprogramms eine der Bedingungen für einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) im vergangenen Dezember in Höhe von 685 Millionen US-Dollar an den Irak gewesen, die Annahme dieses Kredites unter diesen Bedingungen belegt einmal mehr, daß die "irakische Regierung" keineswegs die Interessen der irakischen Bevölkerung vertritt.





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