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Wahrheitsbrocken

Weiterhin Kämpfe in Al-Qa'im

08.04.2006  






Am Freitag veröffentlichte AP eine Meldung, die über eine vermeintliche neue Strategie des US-Militärs im Irak berichtete, dabei aber einige interessante Fakten nannte.

Demnach hat sich das US-Militär in der nahe der Grenze zu Syrien gelegenen Stadt Al-Qa'im und deren Umgegend überwiegend von der bisherigen Strategie des Rückzugs in große Basen abgewendet. Stattdessen werde dort nun die bereits im Vietnamkrieg angewandte Vorgehensweise des "Combined Action Program" (CAP) genutzt. Dabei werden kleine US-Einheiten vor Ort zusammen mit Einheiten des "befreiten" Landes stationiert. Dies soll zu einer größeren Nähe zu den Menschen des besetzten Landes führen. In Vietnam wurde diese Strategie fast von Beginn des Krieges an bis ins Jahr 1971 eingesetzt, konnte aber offenbar nicht die endgültige Niederlage der USA im Jahr 1973 verhindern. Meldungen vom Samstag, denen zufolge ein "irakischer Soldat" in einer Basis in Al-Qa'im einen US-Soldaten erschossen hat, belegen, daß diese Strategie auch im Irak kaum erfolgreicher zu sein scheint als in Vietnam.

Tatsächlich ist die Anwendung dieser Strategie im Irak keineswegs neu, wie ein Artikel des britischen Telegraph vom 18. Oktober 2004 belegt.

Weitaus interessanter sind daher einige, eher beiläufig in dem Artikel erwähnte Fakten.

So hat das US-Militär dem Artikel zufolge er kürzlich ihr "erstes großes Wiederaufbauprojekt" in der Stadt begonnen - obgleich die letzte schwere Offensive gegen die Stadt bereits fast fünf Monate zurückliegt und offizielle Stellen immer wieder - in offenem Widerspruch zu zahllosen irakischen Quellen - betonen, wie stark man sich für den "Wiederaufbau" des Landes einsetze. In Wahrheit scheint auch die Aussage, daß es sich hier um ein "großes Wiederaufbauprojekt" handele, mehr als wohlwollend, werden doch nur Arbeiter dafür bezahlt, die durch die Offensive verursachten Trümmer zu beseitigen.

Auch der Erfolg jener Offensive selbst scheint mehr als zweifelhaft. "Es hat nicht viel Aktivität seit der Operation gegeben, aber sie sickern wieder ein", sagte der Hauptgefreite der US-Marineinfanterie Daniel Turner. Erst kürzlich sei auf dem Dach einer Schule eine auf einen US-Standort gerichtete Rakete gefunden worden.

Entscheidend ist aber sicherlich die Erwähnung des Todes von 2 US-Marineinfanteristen durch eine "Selbstmordautobombe" im vergangenen Monat. Im ganzen März meldete das US-Militär nur einen einzigen tödlichen Angriff mit einer "Selbstmordautobombe". Dieser ereignete sich demnach am 10. März in der Nähe der Stadt Fallujah, wobei nur ein einziger US-Soldat getötet worden sei. Für den ganzen März hat das US-Militär bisher nicht den Tod zweier Soldaten am gleichen Tag in der Stadt Al-Qa'im oder deren Umgebung gemeldet. Auch wenn der Ort des Todes von insgesamt 5 US-Soldaten nur mit dem Gouvernement al-Anbar angegeben wurde, so verteilten sich diese aber wiederum auf fünf unterschiedliche Tage. Zwar wurden nach Angaben des US-Militärs am 14. Februar zwei US-Soldaten in Al-Qa'im durch eine "Selbstmordautobombe" getötet, da der AP-Bericht aber vom 7. April stammt und ausdrücklich vom "letzten Monat" spricht, scheint es zumindest unwahrscheinlich, daß von jenem Angriff die Rede war, so daß dies als weiteres Indiz für das Verschweigen von Opfern durch das US-Militär angesehen werden kann.





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