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Tödliche Verdachtsmomente

US-Soldaten töten 8 "Verdächtige"

09.04.2006  






Eine AP-Meldung vom Sonntag belegt einmal mehr das rücksichtslose Vorgehen der US-Soldaten im Irak. Demnach wurden bei einem US-geführten Angriff nördlich der Hauptstadt Baghdad 8 "vermutliche Rebellen" getötet.

Die Soldaten hatten ein Haus und ein nahegelegenes Zelt umzingelt, von denen sie wiederum "vermuteten", daß es sich um einen geheimen Unterschlupf des irakischen Widerstands handelte. Dabei sei es zu Kämpfen gekommen, bei denen 5 "Verdächtige" in dem Zelt getötet wurden, so eine Erklärung des US-Militärs. Anschließend sei weiter auf die Soldaten gefeuert worden, die daher Luftunterstützung anforderten. Daraufhin wurde das Haus bombardiert. Hierbei wurden der Erklärung zufolge 3 weitere "Angreifer" getötet. Im Anschluß seien in dem Haus Bomben und Waffen entdeckt und zwei "Verdächtige" gefangengenommen worden. Außerdem sei eine verletzte Frau gefunden worden, die in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Obwohl sich also offensichtlich zum Zeitpunkt des US-Angriffs zumindest auch Zivilisten in dem Haus aufhielten, erklärte das US-Militär alle Toten zu "vermutlichen Rebellen". Auffallend ist hierbei auch, daß offenbar nicht ein US-Soldat getötet oder auch nur verletzt wurde, obwohl vorgeblich 10 Rebellen auf sie feuerten.

Tatsächlich kommt hier ein erst wenige Wochen zurückliegender Bericht in den Sinn, demzufolge 11 Zivilisten - zwei Männer, vier Frauen und fünf Kinder, alle jünger als fünf Jahre und eines erst sieben Monate alt - von US-Soldaten in ihrem Haus mit Kopfschüssen gezielt ermordet worden sind. Aber auch Berichte ehemaliger US-Soldaten, die von einer "völligen Mißachtung menschlichen Lebens" durch die US-Soldaten im Irak sprechen, deuten sicherlich in diese Richtung.

Selbst wenn die Soldaten tatsächlich angegriffen worden sein sollten, so befanden sie sich doch offenkundig nur sehr eingeschränkt in Gefahr, wie das völlige Fehlen eigener Verluste belegt. Die Tatsache, das trotzdem ein Haus - in dem in jedem Fall auch Zivilisten zu vermuten sind - aus der Luft bombardiert wurde, steht in direktem Widerspruch zu Artikel 57 des Zusatzprotokolls der Genfer Konventionen. Dort heißt es, daß ein Angreifer "bei der Wahl der Angriffsmittel und —methoden alle praktisch möglichen Vorsichtsmassnahmen zu treffen, um Verluste unter der Zivilbevölkerung, die Verwundung von Zivilpersonen und die Beschädigung ziviler Objekte, die dadurch mit verursacht werden könnten, zu vermeiden und in jedem Fall auf ein Mindestmaß zu beschränken" muß.



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