www.freace.de
Impressum und Datenschutz

Nachrichten, die man nicht überall findet.





Schul-Verbot in Bayern?

Verbot von MP3-Playern

10.04.2006  






Einer Meldung des MDR vom Freitag zufolge sollen an bayrischen Schulen in Zukunft nicht nur Mobiltelephone, sondern sämtliche "digitalen Speichermedien" - darunter fallen auch MP3-Player - verboten sein.

Einem Sprecher des Münchner Kultusministeriums zufolge soll das Verbot in das Erziehungs- und Unterrichtsgesetz Bayerns aufgenommen werden. Die Formulierung wird dabei ganz bewußt ungenau gehalten werden, um auch zukünftige Entwicklungen bereits abzudecken. Sollte ein Schüler in Zukunft mit einem solchen Gerät in einer Schule "erwischt" werden, so solle es "konfisziert" werden. Mit dem Verbot solle sichergestellt werden, daß keine "jugendgefährdenden Inhalte" an bayrischen Schulen "verbreitet" werden. Zuvor war bereits die Benutzung von Mobiltelephonen an Schulen im Land vollständig verboten worden, nachdem auf mehreren Mobiltelephonen von Schülern pornographische Videos gefunden worden waren. Bemerkenswert ist hier allerdings bereits die offenbar völlige Unkenntnis der Technik, so wurden als Beispiele für "digitale Speichermedien" neben MP3-Playern und Discmen auch Walkmen genannt. Diese geben allerdings nur analog auf Kassetten aufgezeichnete Audiosignale wieder.

Da vorgeblich insbesondere die "Verbreitung" von "jugendgefährdenden Inhalten" an Schulen in Bayern verhindert werden soll, müßte bei konsequenter Durchsetzung dieses Ansatzes aber jedweder Datenträger von den Schulhöfen ferngehalten werden - gleichgültig, ob es sich um MP3-Player, MP3-Sticks, Disketten, CDs oder DVDs handelt. Da offenbar auch die "Verbreitung" rein akustischer "Inhalte" unterbunden soll - siehe Walkman, Discman und MP3-Player - stellt sich allerdings die Frage, wie das größte bisher verfügbare Speichermedium aus bayrischen Schulen ferngehalten werden soll: das menschliche Gehirn. Schließlich ist es ein leichtes, eine pornographische oder auch gewalttätige Geschichte auf dem Schulhof zu erzählen.

Sollte es statt der Verbreitung in Wahrheit allerdings vielmehr um den Konsum solcher "Inhalte" gehen, so müßten in einem ersten Schritt sicherlich auch in die Schule mitgebrachte Notebooks eingezogen werden - ganz abgesehen davon, daß diese über WLAN auch hervorragend zur "Verbreitung" eingesetzt werden können. Geht man auch diesen Weg konsequent zu Ende, so muß allerdings auch das Mitbringen von Papier in die Schule unterbunden werden, könnte darunter doch - wie "in alter Zeit" - auch ein Heft oder einzelne Bilder der "verbotenen Inhalte" sein oder vor Ort zur Anfertigung entsprechender Zeichnungen genutzt werden. Da auch Tafeln und Kreide zur Anfertigung solcher Zeichnungen genutzt werden können, sind diese dann ebenfalls zu verbieten. Gleiches gilt für die Wände der Schule wie auch Tische und Bänke, könnten in sie doch Zeichnungen geritzt werden.

Da aber auch nicht ausgeschlossen werden kann, daß Schüler ihren Mitschülern "jugendgefährdende" Teile ihres eigenen Körpers zeigen, sind auch die Schüler selbst vom Unterricht auszuschließen, da sie nur so vor dieser Gefahr wirksam geschützt werden können.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

Kontakt: E-Mail