www.freace.de
Impressum

Nachrichten, die man nicht überall findet.





Tod durch Unterlassung

Folgen der "Befreiung" des Iraks

13.04.2006  






Eine Meldung der zu den Vereinten Nationen gehörenden IRINNews vom Dienstag belegt einmal mehr die katastrophalen Folgen des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA auf den Irak und der andauernden Besatzung für die Zivilbevölkerung des Landes.

Demnach ist die die Sterblichkeit von Kleinkindern in der Stadt Basra seit Beginn des Krieges massiv angestiegen. Dies wird demnach durch eine äußerst mangelhafte Versorgung der Krankenhäuser verursacht.

"Wochenlang gab es in den Krankenhäusern von Basra keine Infusionen", berichtete Marie Fernandez, Sprecherin der europäischen Hilfsorganisation "Saving Children from War" ("Kinder vor dem Krieg retten"). "Infolgedessen starben viele Kinder, hauptsächlich unter fünf Jahren, nachdem sie an schwerem Durchfall gelitten hatten."

"Krankenhäuser haben keine Beatmungsgeräte, um Frühgeborene bei der Atmung zu unterstützen", so Fernandez weiter. "Und es gibt nur sehr wenige Schwestern, so daß die Krankenhäuser es häufig Angehörigen gestatten müssen, für die Patienten zu sorgen." Auch habe das Entbindungs- und Kinderkrankenhaus Basras in den vergangenen drei Jahren keinerlei Medikamente zur Krebsbehandlung vom Gesundheitsministerium erhalten. "In ganz Basra, einer Stadt mit fast zwei Millionen Einwohnern, gibt es keine Abteilung zur Strahlentherapie", sagte sie.

"Die Kindersterblichkeit in Basra ist verglichen mit der Zeit unter Saddam Hussein um fast 30 Prozent gestiegen", sagte Dr. Haydar Salah, ein Kinderarzt am Kinderkrankenhaus von Basra. "Jeden Tag sterben Kinder und niemand tut etwas, um ihnen zu helfen."

Khalid Ala'a von der örtlichen Hilfsorganisation "Kinder am Leben erhalten" sagte, daß den Krankenhäusern der Stadt die Mittel für grundlegende Medikamente und Antibiotika zur Behandlung von verbreiteten Infektionen fehlten. "Wir haben das Gesundheitsministerium um Hilfe gebeten, aber sie sagen uns nur, daß sie kein geld haben, um Krankenhäuser zu unterstützen", sagte er.

Hervorzuheben ist hier insbesondere die Angabe, daß die Kindersterblichkeit seit Einmarsch der Besatzungstruppen um fast 30 Prozent gestiegen ist. In den 12 Jahren vor Kriegsbeginn war das Land durch die strikten Sanktionen - wiederum auf Betreiben der USA verhängt - von einem Großteil der Medikamentenlieferungen aus dem Ausland abgeschnitten gewesen. Wenn die Versorgung nun derart schlecht ist, daß die Kindersterblichkeit um fast ein Drittel gestiegen ist, obwohl jetzt auch wieder die Versorgung aus dem Ausland ungehindert möglich wäre, so ist dies zweifellos ein weiteres, schwerwiegendes Kriegsverbrechen der USA.

Artikel 55 der 4. genfer Konventionen besagt, daß die "Besetzungsmacht die Pflicht [hat], die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungs- und Arzneimitteln mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln sicherzustellen; insbesondere hat sie Lebensmittel, medizinische Ausrüstungen und alle anderen notwendigen Artikel einzuführen, falls die Hilfsquellen des besetzten Gebietes nicht ausreichen."

Artikel 10 des Zusatzprotokolls der Genfer Konventionen besagt, daß "alle Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen ... unter allen Umständen mit Menschlichkeit behandelt [werden] und ... so umfassend und so schnell wie möglich die für ihren Zustand erforderliche medizinische Pflege und Betreuung" erhalten.

Artikel 77 wird hier noch deutlicher. Absatz 1 lautet: "Kinder werden besonders geschont; sie werden vor jeder unzüchtigen Handlung geschützt. Die am Konflikt beteiligten Parteien lassen ihnen jede Pflege und Hilfe zuteil werden, deren sie wegen ihres Alters oder aus einem anderen Grund bedürfen."

Die tödlichen Folgen der großflächigen radioaktiven Verseuchung insbesondere der großen Städte des Iraks und den daraus folgenden Mißbildungen und Krebserkrankungen bei Kindern sind hierbei noch völlig unbeachtet geblieben, wie auch die Tatsache, daß Basra sich im - vergleichsweise - "friedlichen" Südirak befindet, die Versorgung dort also noch besser als beispielsweise in der Hauptstadt Baghdad sein dürfte.



Werbung:


Zurück zur Startseite





Impressum

Kontakt: E-Mail

PAGERANK SEO