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Bloß nicht stehenbleiben

Jäger oder Gejagte im Irak

24.04.2006  






Am Montag veröffentlichte beispielsweise SouthCoastToday einen AP-Bericht, der einmal mehr die Frage aufwirft, ob die Besatzer im Irak noch Jäger oder schon Gejagte sind.

In der rund 100 Kilometer west der irakischen Hauptstadt Baghdad gelegenen Stadt ar-Ramadi bewegen sich die US-Soldaten bei Fußpatrouillen nur noch im Dauerlauf, da sie gehend ein zu leichtes Ziel für Widerstandskämpfer abgeben würden. Nicht nur, daß sie dabei Ausrüstung von fast 30 Kilogramm - Waffen, Munition, Körperschutz und vieles mehr - tragen müssen, die Temperatur in der Stadt steigt derzeit täglich deutlich über 30 Grad Celsius. Während sie laufen, werfen sie mit Rauchgranaten um sich, um es dem irakischen Widerstand zu erschweren, sie ins Visier zu nehmen. Wenn sie stehenbleiben, dann nur, um mit ihren Waffen um eine Hausecke zu zielen oder um Dächer nach Widerstandskämpfern abzusuchen.

"Wann immer wir rausgehen, laufen wir", sagte US-Leutnant Brian Wilson. "Wenn man stehenbleibt, WIRD man beschossen werden." Dieser Grundsatz gilt nicht nur für Fußpatrouillen, sondern auch für Fahrzeuge des US-Militärs. Statt außerhalb ihrer Basis zu parken, fahren sie beständig vor- und rückwärts, um Angriffe, insbesondere mit Panzerfäusten, zu erschweren.

"Wir versuchen, in Bewegung zu bleiben, damit Scharfschützen nicht auf uns zielen können", ergänzte US-Oberleutnant Carlos Goetz. "Man versucht, wo immer möglich Deckung zu suchen, aber es fühlt sich an, als würde einen ständig jemand beobachten. Es bringt den Kopf wirklich durcheinander", sagte der Stabsgefreite Jason Hunt.

Das US-Militär behauptet zwar, die Patrouillen hätten die Operationen des Widerstands in der Stadt zum Erliegen gebracht. Tatsächlich greifen diese aber täglich Regierungsgebäude, US-Basen und Beobachtungsposten mit Raketen, Mörsern und Maschinengewehren an - teilweise das selbe Ziel mehrfach an einem Tag.

Ar-Ramadi ist für die Besatzer dermaßen gefährlich, daß die Soldaten es kürzlich bei einer Patrouille vorzogen, Wände zwischen den Häusern zu überklettern, statt auf der Straße zu gehen - beziehungsweise zu laufen.

"Es dauert etwa acht Minuten, wenn wir aus der Basis raus sind und über die Straße kommen, bis wir Kontakt zum Feind bekommen", so Goetz.

Der Stabsgefreite Scott R. Gibson berichtete, daß seine Einheit, als sie im vergangenen Monat in die Stadt verlegt wurde, langsam und vorsichtig durch die Stadt ging, weil sie vermeiden wollten, auf eine Mine zu treten, was dazu führte, daß sie in einen Kugelhagel gerieten. "Danach begannen wir zu laufen", sagte er. "Wir können hier nicht lange stehenbleiben."





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