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Langfristige Planung

Andauernde Besatzung des Iraks

26.04.2006  






Ein Artikel in der Ausgabe vom 1. Mai der Zeitschrift Newsweek läßt keinen Zweifel daran, daß die Besetzung des Iraks durch die USA noch lange Zeit andauern wird.

Hervorzuheben ist dabei insbesondere der massive Ausbau des US-Luftwaffenbasis bei Balad. Hierfür wurden im US-Kongreß von der Bush-Regierung 231 Millionen US-Dollar beantragt. Nach Aussage von US-Brigadegeneral Frank Gorenc, dem Kommandeur der Basis, gegenüber Newsweek ist Balad mit 27.500 Starts und Landungen pro Monat nach dem Londoner Heathrow der meistfrequentierte "Flughafen" der Welt.

"Man kann mit Sicherheit sagen, daß Balad hier eine lange Zeit sein wird", so Gorenc. "Eine der Aufgaben der Unabhängigkeit für jedes Land ist die Fähigkeit, den eigenen Luftraum zu kontrollieren. Wir werden den Irakern bei dem Problem vermutlich eine sehr lange Zeit helfen."

Derzeit läßt Gorenc die Start- und Landebahnen der sich über fast 40 Quadratkilometer erstreckenden Basis den Bedürfnissen der US-Kampfflugzeuge und der schweren Transportmaschinen vom Typ C-130 anpassen. Dies ist aber nur eine von insgesamt vier solcher gigantischer Basen im Irak. Hierhin sollen sich die Besatzer Planungen des Pentagons zufolge zurückziehen, nachdem die installierte "irakische" Marionettenregierung mittels "irakischer Polizei" und "irakischer Armee" deren Aufgaben übernommen haben wird. Auf dieser gigantischen Fläche - zum Vergleich: die nördlichste deutsche Stadt Flensburg hat eine Fläche von 56 Quadratkilometern - befinden sich zahllose Annehmlichkeiten für US-Soldaten, beispielsweise ein rund um die Uhr geöffnetes Internetcafé, ein Kino und eine Hallen-Minigolfanlage.

Auch die derzeit im Bau befindliche "US-Botschaft" in der "Grünen Zone" in Baghdad zeugt allein schon durch ihre Kosten von 592 Millionen US-Dollar von dem Willen der USA, noch lange im Irak zu bleiben. Daß es sich dabei nicht um ein einfaches Botschaftsgebäude handelt, ist offensichtlich.

Namentlich nicht genannte Mitglieder sowohl der US-Regierung als auch des US-Parlaments sagten, sie wüßten von keinerlei ernsten Planungen für einen vollständigen Abzug. Das Pentagon hat zwar einen Offizier abgestellt, um Analysen über die Folgen eines US-Abzugs anzufertigen, selbst dieser eine Offizier arbeitet aber nur teilzeit an dieser Aufgabe.

Zwar betont daß US-Militär öffentlich immer wieder, es gäbe keine Pläne für permanente Basen im Irak, hierbei ist allerdings die Wortwahl zu beachten.

"Ein entscheidender Faktor in unserer Strategie Basen betreffend ist, daß es keine Basen im Irak nach 'Operation Irakische Freiheit' geben wird", so Oberstleutnant Barry Johnson, ein Sprecher des US-Zentralkommandos in Baghdad. "Was wir im Irak haben, sind 'Krisen-Basen', dazu gedacht, unsere Operationen im Irak zu unterstützen, bis OIF abgeschlossen ist." Tatsächlich hat die US-Regierung allerdings noch nie Pläne für permanente Basen entwickelt - und in Südkorea sind US-Soldaten mittlerweile seit über 60 Jahren stationiert.

Auch die Tatsache, daß bereits die Entsendung einer neuen Generation bewaffneter "Predator"-Drohnen in dem kommenden Jahren geplant ist, zeigt, daß der Krieg gegen den irakischen Widerstand auch aus Sicht des US-Militärs noch mehrere Jahre und eher mit zunehmender Härte fortgeführt werden wird. Diese neuen Modelle nicht nur mehr Luft-Boden-Raketen als bisher an Bord haben, sie werden außerdem mehrere Bomben mitführen.





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