www.freace.de
Impressum und Datenschutz

Nachrichten, die man nicht überall findet.





Schreckgespenster

Geburtenrückgang in Deutschland

27.04.2006  






Nachdem am Dienstag die deutsche Bundesregierung den neusten "Familienbericht" vorgestellt hat, malen Politik wie Medien erneut ein Schreckgespenst an die Wand: den weiter voranschreitenden Geburtenrückgang in Deutschland - mit den absehbaren Folgen immer tiefgreifender Finanzierungsprobleme in der Rentenkasse.

Nun ist es zweifellos unstrittig, daß ein Rückgang der Geburten langfristig den Anteil der Rentner an der Gesamtbevölkerung ansteigen läßt. Die Rentenversicherung ist allerdings so aufgebaut, daß Rentenzahlungen nicht durch die selbst eingezahlten Beiträge finanziert werden, sondern vielmehr durch die Beiträge der derzeit Versicherten gedeckt werden. Infolgedessen führt ein verhältnismäßiger Rückgang der Einzahler zu den Empfängern von Bezügen dazu, daß der einzelne Beitragspflichtige einen immer höheren Beitrag leisten müßte - so der Staat hier nicht Gelder in die Rentenkasse beisteuert.

Dieses Szenario ist aber - zumindest unter den derzeitigen Umständen - alles andere als vollständig. Hierbei wird - kaum zufällig - außer Acht gelassen, daß in Deutschland offiziellen Angaben zufolge im April 4.790.000 Menschen arbeitslos waren - wobei diese Zahl seit Jahren mit zahllosen Kniffen "nach unten korrigiert" wird, so daß die wahre Zahl der Arbeitslosen noch weitaus höher liegen dürfte.

Ein Rückgang der Geburten sorgt nun eben auch zu einem Rückgang der Arbeitsuchenden, mithin also auch der Arbeitslosen. Steigende Aufwendungen für Rentner gingen also mit sinkenden Aufwendungen für Arbeitslose einher. Auch wenn sich beide Effekte sicherlich nicht gegeneinander aufrechnen lassen, da Rentenzahlungen weitaus länger sind als die schon jetzt immer weiter gekürzten Zahlungen des Arbeitslosengeldes, so würde dies doch zumindest zu einer Entlastung führen. Sollte es durch den Geburtenrückgang tatsächlich zu einer Situation kommen, daß nicht ausreichend Arbeitsuchende für die offenen Stellen zur Verfügung stehen, so wäre dies zweifellos ebenso problemlos wie kurzfristig durch Zuwanderung auszugleichen.

Bei einem - theoretischen - drastischen Anstieg der Geburtenrate andererseits würde dies, von den heutigen Zuständen ausgehend, nur zu einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen führen.

Die Nutznießer einer hohen Arbeitslosenquote sind schon heute sichtbar. Arbeitszeitverlängerungen, Nullrunden und viele weitere Einschnitte sind aufgrund der Angst der Menschen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren und nie wieder einen neuen zu finden, da es Millionen weitere Arbeitssuchende gibt, möglich geworden. Allein durch diese Angst können Unternehmer nun also zunehmend wieder die Arbeitsbedingungen diktieren und so ihre Gewinne maximieren.

Der Verdacht, daß auch das Schreckgespenst Geburtenrückgang vorrangig dazu dienen soll, Angst zu verbreiten, ist sicherlich naheliegend und fügt sich nahtlos in die unverhohlen unternehmerfreundliche Politik dieser als auch der vorangegangenen Bundesregierungen.





Zurück zur Startseite





Impressum und Datenschutz

Kontakt: E-Mail