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Folter auf Befehl

Dokumente des US-Militärs

02.05.2006  






Am Dienstag veröffentlichte die US-Bürgerrechtsorganisation "American Liberties Civil Union" (ACLU, "Amerikanische Bürgerrechts-Vereinigung") erneut zahlreiche Dokumente, die die Organisation aufgrund von Anfragen im Rahmen des US-Informationsfreiheitsgesetzes erhalten hat.

Die Dokumente lassen keinen Zweifel mehr daran, daß die Folterung von Gefangenen seitens der US-Führung nicht nur geduldet wurde, sondern diese tatsächlich direkt gefordert worden ist.

So schrieb ein Untersuchungsbeamter des militärischen Geheimdienstes der USA, daß am 19. Mai 2004 in einem Dokument, daß der ehemalige Oberbefehlshaber des US-Militärs in der Region, Generalleutnant Ricardo Sanchez, in einem 35-seitigen, Vorgehensweisen von US-Soldaten beschreibenden Papier gefordert habe, daß US-Vernehmungsbeamte bei Verhören "bis an die äußerste Grenze gehen, um Informationen von Gefangenen zu bekommen". Diese Anweisung des "Hauptquartiers" sollte demnach ausdrücklich dazu dienen, die Gefangenen zu brechen.

Andere, vor das öffentliche Bekanntwerden der Folterung von Gefangenen im Irak datierte Dokumente belegen, daß die Folterung von Gefangenen keineswegs auf das US-geführte Gefängnis Abu Ghurayb im Irak beschränkt war. Dokumente beschreiben Fälle der Folter in Camp Cropper, Camp Bucca und weiteren Gefangenenlagern in Mosul, Samarra, Baghdad und Tikrit als auch in Orgun-E in Afghanistan.

Während erneut zahlreiche Dokumente die Folterung von Gefangenen - bis hin zu derem Tod - belegen, ist der entscheidende Punkt doch, daß dies auf offensichtlichen Befehl der Spitze des US-Militärs und damit ohne Zweifel der US-Regierung geschah. Andererseits ist diese Tatsache aber keineswegs dazu geeignet, die Täter zu entlasten, da sie sowohl rechtlich als auch moralisch verpflichtet wären, derartige Befehle zu verweigern.





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